Senioren trafen sich zur Diamantenen Konfirmationsfeier in der St.-Anna-Kirche von Nieste

Auch nach 60 Jahren noch vertraut

Trafen sich zur Diamantenen Konfirmationsfeier in Nieste: Gottfried Walz (von links, hinten), Pfarrerin Gundula Albroscheit, Ewald Amthauer, Adolf Kraft, (2. Reihe hinten, von links) Friedhelm Zinke, Helga Hartmann, Rita Wenzel, Helmut Langefeld, Erwin Käse, (3. Reihe hinten, von links) Rudolf Kreger, Giesela Brandt, Rosemarie Hofsommer, (vorne, von links) Waltzer Reitze, Erwin Huck, Christa Ernst, Helga Sinnig, Irma Leck, Edith Käse, Edelgard Müller, Brunhilde Gunkel, Irmtraut Schäfer, Irene Müller und Manfred Wolfram stehen ein Eingang der St.-Anna-Kirche in Nieste. Fotos: Uminski

Nieste. In alten Erinnerungen schwelgen, Freunde und Schulkameraden wiedersehen und sich austauschen – zur Diamantenen Konfirmationsfeier kamen 22 Konfirmanden in die St.-Anna-Kirche in Nieste, wo die Senioren vor 60 Jahren konfirmiert wurden. Nach einem gemeinsamen Gottesdienst machten es sich die ehemaligen Konfirmanden in einer Gaststätte bei warmen Mittagessen und anschließendem Kaffee und Kuchen gemütlich. Gekommen waren die Konfirmanden der Jahrgänge 1952 und 1953.

Noch sehr gut kann sich Walter Reitze an Pfarrer Odo Heinrich und seinen Konfirmandenunterricht erinnern, zu dem die Jugendlichen von Nieste nach Escherode laufen mussten. „Mir ist einmal während des Unterrichts schlecht geworden, weil ich Hunger hatte. Ich bin zu seiner Frau gegangen, die für mich Waffeln gebacken hat. Die habe ich alle verdrückt“, schwelgt der Niester in Erinnerungen. Neben dem Auswendiglernen der zehn Gebote oder dem Glaubensbekenntnis nutzten die Mädchen und Jungen den Konfirmandenunterricht dafür, um sich besser kennenzulernen.

Bei einem Ausflug nach Hemeln habe der Pfarrer die Jungs dabei erwischt, wie sie an die Tür der Mädchen klopften, um ihnen Angst einzujagen. „Da sagte der Pfarrer, dass wir so schlecht wie die Nacht seien“, erinnert sich Walter Reitze. Auch beim Basteln von Krepprosen seien sich die Jugendlichen manchmal näher gekommen. „Wir haben auch mal Kirchenküssen gespielt – das sind so Spiele, wo ein Junge dem Mädchen einen Kuss gegeben hat, aber nur auf die Wange“, schmunzelt Edelgard Müller. Für Erwin Huck aus Marl (Westfalen) bedeuten das Treffen vor allem, Jugendfreunde und Schulkameradenwiederzusehen und die Heimat zu besuchen. „Der Pfarrer hat mir mal eine Ohrfeige verpasst, weil ich mit meinem Schulkameraden den Blasebalg für die Orgel nicht richtig getreten habe – die fing dann an zu quieken.“

Für die Mädchen bedeutete die Konfirmation vor allem auch, ein Stück erwachsener zu werden. Dazu gehörten auch die Perlonstrümpfe mit Naht, die die Mädchen am Tag ihrer Konfirmationen trugen. „Die Konfirmation war für die Mädchen ein Freibrief, um sich die Zöpfe abzuschneiden, eine Dauerwelle zu machen und wegzugehen“, sagt die 76-jährige Edelgard Müller. Getroffen habe man sich im Ausflugslokal, das alle „Korea“ nannten. „Da hat eine Sinalco 35 Pfennig gekostet“, erinnert sich Irene Müller.

Für den 76-jährigen Walter Reitze ist das Wiedersehen etwas ganz Besonderes. „Ich war damals 1,63 Meter groß, jetzt bin ich 1,84 Meter – wir alle haben uns verändert.“ Auch nach 60 Jahren sei die Verbundenheit zwischen den Senioren sehr groß, betont Edelgard Müller. „Egal wie lange wir uns nicht gesehen haben – da ist sofort wieder eine Vertrautheit da.“

Von Johanna Uminski

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