Mitglieder des Geschichtsvereins Niestetal in Wilhelmshäuser Obermühle zu Gast

Ausflug in die Historie

Müllerhandwerk im Kleinen: Bei Führungen von Schulklassen helfen die Kaffeemühlen beim Erklären des Prinzips des Mahlens.

Niestetal /  Fuldatal . „Das ist die letzte Mühle hier weit und breit, die man in Betrieb nehmen könnte“, sagt Müllermeister Fritz Betz vom Geschichts- und Museumsverein Fuldatal. Zwölf Mitglieder des Geschichtsvereins Niestetal sind nach Wilhelmshausen gekommen, um sich die Obermühle näher anzuschauen.

Vereine arbeiten zusammen

Schließlich beschäftigt sich der Geschichtsverein momentan mit den ehemaligen Mühlen in Niestetal. „Wir stellen derzeit noch die Fakten zusammen“, berichtet Reiner Leidich. „Fritz Betz ist einfach zu unseren Versammlungen gekommen“, freut er sich.

„Die einzige Kraft, die zunächst zur Verfügung stand, war die Wasserkraft“, erläutert Fritz Betz und beschreibt bei seiner Führung zunächst die Lage des Mühlenteichs und des Mühlengrabens.

1906 wurde die Obermühle umgebaut und mit einer Turbine betrieben. 1960 wurde sie teilweise, 1979 endgültig stillgelegt. Der Müllermeister erläutert auch die Notwendigkeit des Schärfens des Mühlsteins. „Das ist eine Heidenarbeit“, sagt er. Er erklärt die Verfahren, das Getreide vor dem Mahlen zu reinigen. Größeres und kleineres Material könne man durch das Sieben trennen. „Um Steinchen, die so groß sind wie Körner, zu entfernen, muss man jedoch das Getreide absaugen“, verrät er. Fritz Betz hält auch Legenden und Geschichten für seine Besucher bereit. So soll mancher Müller behauptet haben, dass die anderen Mühlen zu viel Abrieb im Mehl hätten. Da brauche man sich nicht mehr die Zähne zu putzen, so viel Sand sei da drin. „Ganz falsch war das nicht“, weiß Fritz Betz. Die Champagnersteine, Mühlsteine aus der Champagne in Frankreich, waren optimal für das Mahlen. „Sie waren zwar porös, aber auch sehr hart“, sagt Fritz Betz.

Neue Broschüre in Arbeit

Irmgard Betz überraschte die Mühlenbesucher im Anschluss noch mit Kaffee und Kuchen. „Wir können uns jetzt besser vorstellen, wie eine Mühle funktioniert hat“, sagt Werner Bauer. „Und überlegen, eine Broschüre über die drei nachgewiesenen Niestetaler Mühlen herauszubringen“, ergänzt der Vorsitzende des Geschichtsvereins Niestetal.

Über die Zusammenarbeit mit dem Geschichts- und Museumsverein Fuldatal freue er sich sehr. „Fritz Betz kann uns mit Details gut unterstützen.“ Auch über das Fotomaterial von Rolf Lang aus Niestetal haben sich die Geschichtsvereinsmitglieder sehr gefreut.

Kontakt: Geschichtsverein Niestetal, Werner Bauer, Tel. 0561/ 52 39 65, Infos: www.geschichtsverein-niestetal.de

Von Bettina Wienecke

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