Bald 140 neue Flüchtlinge pro Woche im Landkreis Kassel

Dem Landkreis Kassel werden voraussichtlich mehr Flüchtlinge zugewiesen. Das berichtete Zierenbergs Bürgermeister Stefan Denn (SPD) bei der Sitzung der Stadtverordneten am Montag.

Vizelandrätin Susanne Selbert (SPD) bestätigte dies auf HNA-Anfrage. Bislang muss der Kreis 100 Flüchtlinge pro Woche aufnehmen. Nun sei eine Mitteilung aus der Staatskanzlei gekommen, nach der die Zuweisung weiter gesteigert werden solle.

Das Regierungspräsidium Darmstadt sei beauftragt worden, die wöchentliche Zuweisung für Hessen auf bis zu 3000 Menschen zu steigern, berichtet Selbert. Der Landkreis muss nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel 4,7 Prozent der Asylbewerber aufnehmen. Nach den neuen Zahlen wären das dann 141 pro Woche.

In der vergangenen Woche seien 96 Flüchtlinge in den Kreis kommen, am heutigen Mittwoch seien es 102. „Wir müssen nun davon ausgehen, dass wir 141 Flüchtlinge wöchentlich bekommen werden", sagte Susanne Selbert. Ob diese Regelung nur übergangsweise oder dauerhaft gelte, sei noch unklar.

Ebenfalls noch nicht abzusehen sei, ob die Planungen im Kreishaushalt ausreichen. „Wir haben aber bereits ein Mehr an Flüchtlingen kalkuliert. Wir haben mit 5700 Flüchtlingen im Jahr geplant." Ob man damit hinkomme, müsse man sehen.

Der Landkreis setze alles daran, die Flüchtlinge „angemessen unterzubringen". Wenn es knapp werde, müsse man auch Wohnraum nutzen, der „nicht so geeignet ist", beispielsweise Verwaltungsgebäude. Das werde auch bereits gemacht. Nach wie vor werden zahlreiche Gebäude zur Unterbringung geprüft.

Nicht genutzt werden sollen Schulturnhallen, betonte die Vizelandrätin. „An diesem Punkt sind wir noch nicht angelangt." Man wolle nicht, dass Kinder im Winter keinen Sport machen könnten.

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Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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