Etat von 2,2 Millionen Euro beschlossen

KSV Baunatal kratzt an 7000er-Mitgliedergrenze

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Harmonische Delegiertenversammlung: Fast alle Beschlüsse wurden einstimmig gefasst. Bürgermeister Manfred Schaub lobte in seinem Grußwort den KSV als „Garanten für die Sportstadt Baunatal“.

Baunatal. Der KSV Baunatal kratzt an der Schallmauer von 7000 Mitgliedern. Aktuell hat der größte nordhessische Sportverein 6960 Mitglieder.

Diese Zahl verkündete Vorstandschef Timo Gerhold während der Delegiertenversammlung des KSV am Mittwochabend in der Stadthalle.

Allein im ersten Halbjahr habe man einen Zuwachs von 608 Sportlern zu verzeichnen gehabt. 2015 betrug die Steigerung 3,7 Prozent. Rechnet man die Kursangebote hinzu, so treiben laut Gerhold sogar rund 9000 Menschen im KSV Baunatal Sport. „Die Sportler fühlen sich offensichtlich wohl in diesem Verein“, sagte der Vorstandschef. Die Versammlung beschloss einen Etat von 2,2 Millionen Euro. Letztes Jahr wurde ein höherer Überschuss erzielt als kalkuliert. „Wir haben es mit einem wirtschaftlich gesunden Verein zu tun, der buchhalterisch gut geführt wird“, erklärte Gerhold.

In der Bilanz des KSV-Chefs wurde deutlich, dass der Verein 2015 mit Vollgas gefahren ist und auch künftig das Pedal durchdrücken will. Neben den vielfältigen Abteilungsangeboten hat sich der KSV ein gesamtgesellschaftliches Engagement auf die Fahnen geschrieben: Flüchtlingssport, Sport mit behinderten Menschen, betriebliche Gesundheitsförderung oder die Börse für Azubis, die diesen Herbst mit Unterstützung der Stadt und von Sponsoren wiederholt werden soll, sind nur einige Stichworte.

Der KSV tanzt also auf vielen Hochzeiten. Und das hinterlässt Spuren bei den ehrenamtlichen Leistungsträgern im Verein. Daraus machte Gerhold keinen Hehl. Die zunehmende Bürokratisierung von Veranstaltungen sei ein „Beschleuniger des Frusts im Ehrenamt“, sagte Gerhold. Freiwillige müssten sich mit „Egoismen“ einiger Sportler und Eltern auseinandersetzen. Das verursache „Leidensdruck“. Auch die Erwartung von Mitgliedern, alle Sportstätten müssten immer in exzellentem Zustand sein, sei der „Motivation der Ehrenamtlichen nicht zuträglich“.

Überlastung vorbeugen

Gerhold will mit einem Konzept zur Unterstützung der mehr als 550 ehrenamtlichen Funktionsträger nun gegensteuern und einer Überlastung vorbeugen. „Das Ehrenamt bleibt die wichtigste Säule des Vereins und unser Zukunftsgarant“, betonte er. Er erwarte, dass die Politik den Verein mit Geld oder auf andere Weise unterstütze, wenn der Verein Projekte umsetze, die auch Nichtvereinsmitgliedern zugutekommen.

Im KSV Baunatal treiben immer mehr alte Menschen Sport. Das hat nun finanzielle Folgen für bestimmte Senioren. Mit überwältigender Mehrheit beschlossen die Delegierten, die grundsätzliche Altersgrenze der Befreiung von Mitgliedsbeiträgen von 80 auf 90 Jahre anzuheben.

Wer jetzt schon 80 Jahre ist, genießt allerdings Bestandsschutz. 2017 würden schon 50 Mitglieder älter als 80 Jahre sein, Tendenz steigend, sagte Vorstandsmitglied Friedrich Heintzemann.

Von Peter Dilling

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