Dachsbergstraße wegen Reparatur gesperrt

3-Meter-Riss in VW-Rohr: Schaden an Wasserleitung am Baunsberg

Reparatur läuft: Die Dachsbergstraße muss an dieser Stelle aufgegraben werden. Darunter ist das defekte Wasserrohr verborgen. Das führt vom Baunsberg zum VW-Werk. Fotos: Dilling

Baunatal. Hochgedrückter, aufgebrochener Asphalt, mit Schlamm und Steinen verstopfte Gullys: Einen Tag nach dem Schaden an der 56 Jahre alten Wasserleitung in der Dachsbergstraße, die das VW-Werk versorgt, sieht die Fahrbahn aus, als hätten dort schwere Panzer ein Manöver abgehalten.

Auf etwa 100 Meter ist die Straße voll gesperrt. Und doch scheint das Unglück relativ glimpflich abgelaufen zu sein. Nur im direkt neben dem Rohr stehenden Haus der Familie Schumacher ist der Keller vollgelaufen. In dem gegenüberliegenden Mehrfamilienhaus der Wohnungsgesellschaft GWH heißt es, die Keller seien trocken geblieben. Auch im großen Mietshaus der Soka-Bau unterhalb der Dachsbergstraße, so erzählen Mieter, ist kein Wasser eingedrungen.

Es erscheint überraschend, dass das austretende Wasser überhaupt einen solchen Schaden hat anrichten können: An dem schadhaften Rohr ist kein offener Bruch zu erkennen. Es weise einen Riss auf drei Meter Länge auf, durch den das Wasser wegen des hohen Drucks von mehr als zehn Bar, unter dem die Leitung stehe, in großer Menge habe austreten können, erklärt ein Arbeiter der Firma Pfeiffer, der mit seinen Kollegen gestern Mittag auf die Anlieferung eines neuen, sechs Meter langen Wasserrohrs wartete, das das schadhafte ersetzen soll. Das soll heute noch geschehen.

Gerda Hinz, die etwa 150 Meter unterhalb der Unglücksstelle an der Einmündung der Straße „An der Trift“ wohnt, ist froh, dass ihr Keller vom Wasser verschont blieb. „Ich bin gerade vom Einkaufen gekommen, als ich sah, dass richtige Wasserfluten die Dachsbergstraße herunterströmten“, sagt sie. Auf der Birkenallee habe sich das Wasser dann gestaut. „Da hätten Kinder drin schwimmen können“, berichtet die Rentnerin. Auch auf einer Privatstraße parallel der Dachsbergstraße sei Wasser heruntergeströmt. Die Familie Schumacher habe es schlimm erwischt.

„Automatisch gesperrt“

Das VW-Werk bestätigt, dass nur ein Haus vom Wasserschaden betroffen ist. Die Wasserzufuhr sei durch eine Rohrbruchsicherung, die bei überhöhtem Wasserabfluss auslöse, sofort automatisch gesperrt worden. Zu den genauen Kosten und zum voraussichtlichen Ende der Reparaturarbeiten, die man sofort in Auftrag gegeben habe, könne man noch nichts sagen. Durch die Leitung würden täglich bis zu 1200 Kubikmeter Wasser vom Baunsberg zum VW-Werk transportiert.

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