Unterlagen sollten eigentlich 2015 fertig sein

A49-Anschluss Baunatal-Mitte: Jetzt soll Planfeststellungsverfahren beginnen

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Stark belastet: Viele Lkw-Fahrer nutzen diesen Abschnitt der A49. Über den Anschluss Baunatal-Mitte gelangen sie zur Lkw-Einfahrt des VW-Werkes und zum benachbarten Original-Teile-Center (OTC).

Baunatal. Der Abriss des ehemaligen Gasthauses „Zur Bauna" neben der A49 ist über ein Jahr her. Seitdem gibt es kein Zeichen für den Umbau der Anschlussstelle Baunatal-Mitte.

Immerhin: Das Planungsverfahren für die Vergrößerung des Knotens, der durch den Lkw-Verkehr rund um das VW-Werk und das angeschlossene Original-Teile-Center (OTC) zunehmend belastet ist, geht jetzt in die nächste Runde.

Vor über einem Jahr wurde das ehemalige Gasthaus „Zur Bauna“ in Kirchbauna abgerissen (kleines Foto). Damit wurde Platz für die neue Abfahrt aus Richtung Fritzlar geschaffen.

Die Landesbehörde Hessen Mobil bereitet für den Bund seit mehreren Jahren das Planfeststellungsverfahrenvor. „Wir liegen mit dem Erstellen der Planfeststellungsunterlagen in den letzten Zügen“, erläutert Ralf Struif, zuständiger Dezernent für die Planung. Ursprünglich wollte Hessen Mobil bereits 2015 die Unterlagen fertig haben und an das Regierungspräsidium übergeben. Es habe noch einige Nachbesserungen gegeben - beispielsweise in Fragen des Artenschutzes, erläuterte Struif. Er rechne damit, die Unterlagen aber Ende des Monats ans RP weiterzureichen.

Wann es dann tatsächlich zu einem Baustart kommen könnte, dazu will sich Hessen Mobil nicht äußern. Herr des Planfeststellungsverfahrens sei dann sowieso das RP. Und da dieses Verfahren dann auch beklagt werden könne, sei das Ende völlig offen, so Struif.

Die neue Anschlussstelle, mit vier Bögen für Auf- und Abfahrten, sogenannten vier Ohren, rückt gegenüber den jetzigen Auf- und Abfahrten ein Stück weiter in Richtung Kassel. Die neue Brücke der Landesstraße über die Autobahn entsteht nach Angaben von Hessen Mobil 100 Meter weiter in dieser Richtung.

Schaub optimistisch 

Die Überlegungen sind inzwischen über zehn Jahre alt. Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) hatte sich zusammen mit dem Management des VW-Werkes immer wieder für den Ausbau des über 40 Jahre alten Verkehrsknotens starkgemacht.

„Ich bin froh, dass die Unterlagen jetzt an das RP weitergegeben werden“, sagt Schaub auf Anfrage. Nach den Vorgesprächen mit der Behörde sei er optimistisch, dass die Sache dort zügig bearbeitet werde.

Die Verkehrsbelastung ist jedenfalls enorm: Rund 700 Lastwagen und Transporter steuern allein an einem Tag die Hallen von Volkswagen an. Immer wieder kommt es deshalb auf dem veralteten A49-Anschluss zu Rückstaus.

Hintergrund zum Planfeststellungsbeschluss

Der Planfeststellungsbeschluss, der am Ende eines Planfeststellungsverfahrens steht, ist gleichzusetzen mit einer Baugenehmigung. Zuvor werden die betroffenen Privatleute, Kommunen, Verbände und Fachbehörden zu dem Vorhaben gehört. Sie können Einwände gegen die Pläne erheben oder diese sogar beklagen. Die Planunterlagen müssen von den Behörden öffentlich ausgelegt werden. Enthalten sind beispielsweise Gutachten zu Fragen des Naturschutzes.

Bauherr beim Umbau von Baunatal-Mitte ist der Bund. Obere Planungsbehörde ist das hessische Verkehrsministerium, untere Planungsbehörde ist das Regierungspräsidium in Kassel.

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