Arbeiten wirken sich auf Umsatz der Geschäfte aus

A49-Baustelle bei Baunatal: Autofahrer und VW arrangieren sich mit Stau

Freie Fahrt bald nur am Wochenende? Demnächst soll die Autobahnabfahrt Baunatal-Nord (rechts) mit der Abfahrt Rengershausen (im Hintergrund rechts) zusammengelegt werden. Wegen des VW-Berufsverkehrs könnte das zu Staus führen. Fotos: Dilling

Baunatal. Ab und zu längere Staus oder Stockungen im Berufsverkehr, gelegentliche Sperrungen der Autobahnauf- und -abfahrt an der Anschlussstelle Rengershausen und zeitweise nur eine Fahrspur auf der A 49: Der geplante Abriss und Neubau der Autobahnbrücken über die Landesstraße 3311 und den Fasanenweg wirft seinen Schatten voraus.

Betroffen davon sind nicht zuletzt die Schichtarbeiter von Volkswagen, die mit dem Auto ins Werk kommen.

Doch die Autofahrer scheinen sich mit dem Nadelöhr zu arrangieren. „Bisher gab es zu den laufenden Vorarbeiten keine negativen Stimmen“, sagt Horst Sinemus von der Straßenbaubehörde Hessen Mobil. Und auch bei VW gibt man sich gelassen. „Unsere Mitarbeiter sind clever genug, um mit der Situation umzugehen“, sagt Pressesprecher Heiko Hillwig. Neuigkeiten von der Baustelle würden intern umgehend kommuniziert.

Alles gut? Nicht wirklich. Denn in unmittelbarer Nachbarschaft zur Baustelle auf der Autobahn spüren Geschäftsleute schon jetzt negative Auswirkungen direkt: in ihrer Kasse.

„Viele Autofahrer umfahren den Bereich der Anschlussstelle.“

Die Westfalen-Tankstelle und das Gasthaus Brauhaus- Knallhütte verzeichnen Umsatzrückgänge. „Das Kernproblem ist: Grundsätzlich wird dieser Bereich gemieden“, sagt Waldemar Herbold, Inhaber der Westfalen-Tankstelle. Er verkauft nicht nur Sprit, sondern hält rund um die Uhr ein großes Sortiment an Backwaren, Lebensmitteln, Getränken und Serviceangeboten bereit.

Trotz Baustelle gelassen: Waldemar Herbold stellt sich darauf ein, dass die Baustelle der A 49 (im Hintergrund) noch längere Zeit Spuren in seiner Kasse hinterlassen wird. Er habe aber in seinem Berufsleben schon viele, auch schlimmere Baustellensituationen gemeistert, sagt er.

Herbold hat viele Stammkunden aus dem VW-Werk. Die sind jetzt weniger geworden. „Viele Autofahrer umfahren den Bereich der Anschlussstelle. Sie verlassen schon in Kirchbauna oder in Niederzwehren die Autobahn“, erklärt Herbold. Beschweren will er sich nicht, betont er: „Da müssen wir durch.“ Er habe Verständnis dafür, dass sich Autofahrer bequemere Wege suchen, und der Neubau der Brücken sei nötig und sicher gut vorausgeplant. „Das sind Profis am Werk“, sagt Herbold.

Genauso wie den Tankstellen-Inhaber nervt aber auch Karsten Schmitt, Geschäftsführer des Brauhauses Knallhütte, die Ungewissheit, was der nächste Tag bringt. Schmitts Gaststätte profitiert von der Laufkundschaft der benachbarten Autobahn.

Wenn die Anschlussstelle Rengershausen kurzfristig geschlossen werde, mache sich das sofort im Umsatz bemerkbar, sagt Schmitt. Das kann Herbold nur bestätigen und fragt sich: „Wird das noch krasser?“

Staus in Richtung Marburg

Denn mit den eigentlichen Abrissarbeiten ist noch gar nicht mal begonnen worden. Heftiger könnte es schon werden, wenn die Autobahnabfahrt Baunatal-Nord zur Abfahrt Rengershausen verlegt wird und die Auffahrt auf die Landesstraße Richtung VW und Rengershausen mit einer Ampel geregelt wird. Dann könnte es außerdem zu längeren Staus in Richtung Marburg kommen.

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