Anwohner in Baunatal-Guntershausen sind von Geräuschen an der Bahnstrecke genervt

Lärm im Garten: An vielen Grundstücken führt die Bahnstrecke direkt vorbei. In Guntershausen gibt es seit Längerem Diskussionen über mehr Lärmschutz. Fotos: Lorenz

Baunatal. Die Guntershäuser haben genug vom Lärm durch die Bahn. Das wurde am Mittwochabend in einer Informationsveranstaltung der SPD Guntershausen deutlich, in der es um Maßnahmen zur Lärmsanierung an den Bahnschienen ging.

15 betroffene Anwohner waren gekommen, um die Lärmproblematik zu erörtern.

Das Problem teilt sich laut SPD-Ortsvereinsvorsitzendem Dr. Klaus-Peter Lorenz in vier Stationen: den hohen Bahndamm, die enge Unterführung, die Bahnhofsdurchfahrt und das Viadukt.

Dieter Norwig (72)

Lorenz wollte von den Bürgern wissen, wie die Lärmbelästigung von ihnen wahrgenommen wird. „Der Bahndamm geht hoch und quer durch den Ort“, sagte etwa Dieter Norwig. Der 72-Jährige wohnt „Zum Bahnhof“. Durch den Umbau des Bahnhofes sei auch das Fahrgleis Richtung Kassel an den Rand des Dammes gesetzt worden, sodass die Züge jetzt mit einer viel höheren Geschwindigkeit durchfahren könnten und damit auch viel lauter seien, erklärte er.

„Die Bäume sind kein Lärmschutz, wenn die Züge mit 110 Stundenkilometern donnernd durchfahren“, so Norwig. Im Sommer könne er mittlerweile seinen Garten nicht mehr nutzen, weil man durch die dröhnenden Züge sein eigenes Wort nicht mehr verstehe.

Das bestätigte auch Petra Soose (56), die in der Neuen Kirchgasse wohnt. „Gerade nachts ist es unerträglich, wenn die Güterzüge oft im Zwei-Minuten-Takt durchfahren“, bemerkte sie. Selbst ihre eingebauten Schallschutzfenster böten keinen ausreichenden Lärmschutz, so Soose.

Während der Veranstaltung berichteten mehrere Bürger, dass sie durch die steigende Lärmbelastung nur noch mit Ohrstöpseln schlafen könnten, und die Fenster auch im Sommer bei großer Hitze geschlossen halten müssten.

Anni Schneider (68)

Anni Schneider (68), Anwohnerin der Lindenstraße, befürchtet auf Dauer gesundheitliche Schäden durch die Lärmbelastung. „Freitagabends donnern besonders viele alte Güterzüge durch“, sagte Burkhard Kilian (58) aus der Binsdorfer Straße. Außerdem sieht der 58-Jährige eine große Gefahr vor allem für Kinder und Jugendliche. „Am Bahnhof ist alles offen und jeder kann die Bahnschienen auf einfachem Wege überqueren“, sagte er.

Die Betroffenen sind zu dem Entschluss gekommen, dass ein aktiver Lärmschutz in Form von Schutzwällen oder Schallschutzwänden her müsse, um die Lärmbelastung, die vor allem durch den Güterverkehr entsteht, zu reduzieren.

Dass die Bahn leiser im Schienengüterverkehr werden müsse, sagte auch Bundestagsabgeordnete Ulrike Gottschalck (SPD) an diesem Abend. Im Lärmschutzprogramm „Maßnahmen zur Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen des Bundes“ sei Guntershausen bereits aufgenommen, jetzt müsse man noch daran arbeiten, dass die Priorität zugunsten Guntershausen gesetzt würde, sagte Gottschalck und sicherte den Bürgern ihre volle Unterstützung zu.

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