Automobilausstellung in Baunatal: Stromer haben es noch schwer

Oben offen: Lust auf die Fahrt durch den Frühling machte dieses schnittige Cabriolet. Auch wenn die Temperaturen zur Autoschau in Baunatal noch nicht ganz dazu passten. Fotos: Dillling 

Baunatal. Eine Million Elektroautos bis 2020 auf deutschen Straßen. Das ist die Zielmarke der Bundesregierung. Doch angesichts der bisher eher mageren Verkaufszahlen benötigte es schon einen richtigen Frühling um die „Stromer" nach vorn zu bringen.

Bei der 19. Autoausstellung in Baunatal, die ganz im Zeichen der Elektromobilität stand und mit flotten Sprüchen der Radio-HNA-Moderatoren begleitet wurde, kam dieser Frühling aber eher durchwachsen daher. Das galt sowohl für das kühle, mit Schauern durchsetzte Wetter, als auch für das spezielle Interesse an elektrisch betriebenen Fahrzeugen. 

Die Mehrzahl der geschätzten 4000 Besucher interessierte sich augenscheinlich an den beiden Tagen noch mehr für die tradtionellen Karossen mit Verbrennungsmotor. Über Sonne und Frühling konnten sich aber vor allem die Amateur-Models der Boutique Janett freuen. Als sie ihre luftig-legere in Pastelltönen daherkommende Frühlings- und Sommermode sowie Brillen von Heini Weber präsentierten, strahlte am Samstag plötzlich die Sonne vom Himmel.

Strom vom Dach

Neben den neuen Elektroautos von VW, Mercedes oder Renault konnten die Besucher auch elektrisch angetriebene Oldies studieren: Roland Gaber aus Körle war da beispielsweise mit seinem Golf III „City-Stromer“ da, den VW schon Anfang der 1990er-Jahre mal in Serie gingen ließ. Gaber, der den Antrieb damals für Siemens mitentwickelte, fährt heute noch mit dem guten Stück zur Arbeit am Fraunhofer-Institut in Kassel. Das klappt von der Reichweite her, weil er eine Ladesäule praktisch vor der Tür seines Arbeitsplatzes hat. Zu Hause erzeugt eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach den Strom fürs Auto. „Warum sollen wir den Scheichs noch mehr Geld für´s Öl geben?“, fragt er. Die Antwort ist für ihn klar.

Automobilausstellung in Baunatal

So viel Enthusiasmus für Elektroautos bringen aber längst nicht alle auf. Elektrisch fahren sei einfach noch zu teuer, meinte Besucher Helmut Bartosch aus Baunatal. „Viele vergessen, dass man nach vier Jahren neue Akkus braucht“, sagte er. Etwas günstiger dürfte das Fahren mit einem Elektroroller sein. „Das Geschäft zieht langsam an“, sagte der Verkäufer eines Kasseler Händlers, der seine E-Scooter auf der Ausstellung präsentierte.

Stadtmarketing-Chef Dirk Wuschko zeigte sich in einer ersten Bilanz mit der Besucherresonanz zufrieden. „Am Sonntagnachmittag war die Innenstadt voll“, sagte er.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.