Verbindungen angezeigt, die am Wochenende nicht von Bahnen bedient werden

Bahnhof Guntershausen: Immer noch falsche Daten auf NVV-Anzeige

Bitte einsteigen: Fahrgäste sollen demnächst am Guntershäuser Bahnhof die Zeiten der Zug- und Busverbindungen in Echtzeit von der elektronischen Anzeigetafel ablesen können. Seit Monaten läuft die Anlage mit fehlerhaften Daten lediglich im Testbetrieb. Foto: Lorenz/nh

Baunatal. Wer am Wochenende beispielsweise mit dem Bus der Linie 64 vom Guntershäuser Bahnhof weiterfahren will und sich auf die dortige elektronische Anzeige verlässt, der kann lange warten.

Denn: Die Busse werden zwar auf dem leuchtenden Informationssystem des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) angezeigt, an Wochenenden gibt es die Verbindung allerdings nur als Anruf-Sammel-Taxi. Ein Bus kommt nicht.

Seit fast einem Jahr läuft die Anzeigetafel im Testbetrieb. Das wird auch per Leuchtschrift „Testbetrieb“ auf dem Gerät gezeigt. Dennoch wundert sich beispielsweise Dr. Klaus-Peter Lorenz, Bahnexperte aus Guntershausen, dass die Testphase so lange dauert. Im Herbst habe ihm der NVV bereits zugesagt, dass der Probebetrieb innerhalb von vier Wochen beendet sei. Doch passiert sei immer noch nichts.

Grundsätzlich hält auch Lorenz das elektronische Informationssystem für eine tolle Sache. „Es ist für den Fahrgast ein gutes Angebot“, sagt er zu den Tafeln, die die Verbindungen ab Guntershausen in Echtzeit anzeigen. Lorenz kritisiert ferner, dass auch die Züge auf der Main-Weser-Bahn in Richtung Treysa und Frankfurt überhaupt nicht aufgelistet werden. „Und gerade da hat sich das Zugangebot in letzter Zeit deutlich verbessert.“

Hier bietet die Anzeige den Fahrgästen keine hilfreichen Informationen.

Uta Schauf vom NVV bittet Fahrgäste um Verständnis für den immer noch laufenden Testbetrieb. „Dieser werde auch noch zwei Monate dauern. Immer noch sei der NVV nämlich dabei, die Daten verschiedener Anbieter flächendeckend in die zentrale Datendrehscheibe zu bekommen, sagt sie. Jeder Anbieter von Bus und Bahn arbeite mit unterschiedlichen Systemen. „Es gibt sogar Unternehmen, die haben gar nichts“, so Schauf weiter. „Da ist es schwierig, gute Echtzeitdaten zu bekommen.“

Auch auf die auf der elektronischen Tafel fehlenden Verbindungen der Züge in Richtung Frankfurt geht Schauf ein. „Die Daten der DB werden ebenfalls derzeit eingearbeitet“, sagt die NVV-Mitarbeiterin. Wenn das System laufe, dann seien die Abfahrtszeiten auf der Main-Weser-Bahn mit dabei. „Es handelt sich um ein schwieriges, komplexes System.“

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