Bahnhof Guntershausen wird bald barrierefrei

Gute Anbindung: Die Regiotram kommt im 30-Minuten-Takt.

Baunatal. Schon mit einem Fahrrad auf der Schulter ist es schwer, die Bahnsteige am Guntershäuser Bahnhof zu erreichen. Erst recht aber mit einem Kinderwagen oder einem Rollstuhl.

Zu viele Treppenstufen werden zu einem echten Hindernis.

Deshalb wünschen sich Betroffene seit vielen Jahren einen barrierefreien Zugang zu den Gleisen. Dieser soll nun kommen. Stadt Baunatal, Nordhessischer Verkehrsverbund (NVV) und Bahn unterzeichneten jetzt einen Planungsvertrag zum Umbau der Station.

Zwei Rampen an den Zugängen auf der Ost- und der Westseite sowie ein Aufzug in der Mitte der Gleisanlage sollen laut Baunatals Erster Stadträtin Silke Engler (SPD) entstehen. Gerechnet werde mit Baukosten von rund 1,5 Millionen Euro sowie Planungskosten von 350.000 Euro.

80 Prozent der Baukosten sollen über das Landesausbauprogramm des Landes Hessen finanziert werden. 20 Prozent bleiben bei der Stadt Baunatal hängen. Die Hälfte der Planungskosten will der NVV übernehmen. Engler geht davon aus, dass der Umbau im Jahr 2018 beginnen wird.

„Ich denke, dass wir am Bahnhof ein gutes Potenzial haben“, betont auch Wolfgang Rausch, Geschäftsführer des NVV. Seit Dezember 2013 verkehre die Regiotram im 30-Minuten-Takt. „Wir haben eine sehr gute Verbindung nach Guntershausen.“

Vom Bahnsteig gelangt der Fahrgast nur über eine Treppe in die Unterführung.

Die Stadt Baunatal hatte 2014 in Eigenregie einen 53 Meter langen Fußweg an den von der Bahn zuvor neu gebauten Fußgängertunnel angeschlossen. Der Fußweg wurde bereits barrierefrei gestaltet. Die Aufgänge aus dem Tunnel zu den Gleisen waren allerdings von der Bahn wieder mit Treppen ausgestattet worden mit dem Hinweis, dass in Guntershausen weniger als 1000 Fahrgäste täglich unterwegs seien. Erst oberhalb dieser Marke baue die Bahn von sich aus barrierefrei.

Durch die Kooperation der Bahn mit Stadt und NVV kommt es nun doch zum Umbau. Obwohl laut NVV-Mitarbeiter Christoph Funke lediglich 400 Fahrgäste täglich die Station nutzen. Die Zählung stamme allerdings aus der Zeit vor der Modernisierung des Haltepunktes.

Das Baunataler Rathaus geht davon aus, dass die Fahrgastzahlen steigen. „Wir beobachten zahlreiche Autos auf dem Park&Ride-Parkplatz mit auswärtigen Kennzeichen“, sagt Bürgermeister Manfred Schaub (SPD). Immer häufiger werde das Regiotram-Angebot auch von Radfahrern genutzt, die auf dem Radweg R 1 unterwegs seien, ergänzt die Erste Stadträtin.

Unterstützt wird das Projekt in Guntershausen vom Bahnhofsmanagement Kassel. Bahnhofsmanager Leif Niklas Wulf unterzeichnete den Planungsvertrag für die DB Netze.

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