Baunatal bezieht nun Strom von der EAM

Strom aus Wasserkraft: Die EAM beliefert ihre Kunden ausschließlich mit Ökostrom. Wesentliche Teile davon werden von Wasserkraftwerken in Norwegen erzeugt und von der EAM eingekauft. Unser Bild zeigt das Solbergfoss-Kraftwerk am Glomma-See etwa 40 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Norwegens Oslo. Foto: privat/nh

Baunatal. Die Stadt Baunatal hat einen neuen kommunalen Stromlieferanten.

Ab Januar werden die Stadt, die Stadtwerke wie auch der Verband für Abwasserbeseitigung Strom von der EAM mit Sitz in Kassel bekommen - insgesamt rund 6,9 Millionen Kilowattstunden pro Jahr (was in etwa dem Strombedarf von 1725 Einfamilienhaus-Haushalten entspricht) - und das für knapp 1,5 Millionen Euro.

„Der Vertrag läuft zunächst für mindestens zwei Jahre, eine Option besteht für ein weiteres Jahr“, sagt die Erste Stadträtin Silke Engler. Es habe noch zwei weitere Bewerber gegeben, deren Angebote allerdings weniger attraktiv gewesen seien. Wichtig auch: „Der neue Vertragsschluss wird keine Auswirkungen auf die privaten Strompreise haben“, sagt Engler.

„Mit dem neuen Vertrag kommen wir preisgünstiger weg“, sagt Engler. Die Einsparungen liegen bei etwa vier Prozent, oder rund 60 000 Euro, im Vergleich zu den Kosten des Vorjahres. Hintergrund ist zum einen ein vertraglich erzielter Preisvorteil im Zuge der Ausschreibung, zum anderen werden in Baunatal immer häufiger technische Einsparmöglichkeiten genutzt - zum Beispiel bei der Straßenbeleuchtung, die schrittweise auf stromsparende LED-Technik umgerüstet wird. Dennoch verschlingt die Straßenbeleuchtung noch immer 1,44 Millionen Kilowattstunden, was immerhin noch mit 313 000 Euro zu Buche schlägt. 2012 kostete dieser Posten 360 000 Euro.

Hauptstromverbraucher in Baunatal sind auch die rund 80 kommunalen Immobilien, darunter Großgebäude wie die Stadthalle, die Rundsporthalle, das Rathaus und der Aqua-Park. All das frisst rund 2,26 Millionen Kilowattstunden pro Jahr, also gut ein Drittel des gesamten jährlichen Strombedarfs in Baunatal.

Einen nicht ganz so großen Stromhunger hat die Kläranlage des Abwasserverbandes. Sie verbraucht nur 0,3 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. „Das geht nur, weil sich die Anlage über ein Klärgasblockheizkraftwerk selbst mit Strom versorgt“, sagt Engler weiter.

Insgesamt ist die Verwaltung zufrieden mit dem neuen Vertrag. Nicht nur, weil es sich zu 100 Prozent um Ökostrom handelt, sondern auch, „weil wir jetzt einen Anbieter haben, der auch für regionale Energieschöpfung steht und die Energiewende vor Ort mitgestaltet“, sagt Bürgermeister Manfred Schaub.

Bei der EAM handelt es sich um einen Anbieter der ersten Stufe. Das heißt, die grüne Energie wird nicht unbedingt von der EAM selbst erzeugt, sondern auch von anderen Anbietern dazugekauft.

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