Im Paket war Geschenk für Enkel

Postbote mit Herz: Zusteller fand vermisstes Päckchen und brachte es Familie

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Nette Gespräche an der Haustür: Postzusteller Uwe Klatt liebt den persönlichen Kontakt zu seinen Kunden. Gudrun Schurian aus Altenritte hat er jetzt einen besonders großen gefallen getan.

Baunatal. Die Wochen vor Weihnachten sind für Uwe Klatt die wohl stressigste Zeit des Jahres. Tagtäglich liefert der Postzusteller unzählige Pakete aus, legt in seinem Bezirk Altenritte bis zu zwölf Kilometer zu Fuß zurück.

Sich die Anstrengung anmerken zu lassen, kommt für den 55-Jährigen jedoch nicht infrage. Im Gegenteil: Mit seinem außerordentlichen Engagement hat er eine Familie jetzt sehr glücklich gemacht.

„Mein Enkel hatte Geburtstag und wir hatten ein besonderes Geschenk für ihn bestellt“, erzählt Gudrun Schurian aus Altenritte. Doch das heiß ersehnte Dino-Puzzle traf und traf nicht ein. Selbst einen Tag vor der Geburtstagsfeier war das Geschenk nicht da. Schurian erzählte Uwe Klatt davon - und auch, dass sie am nächsten Tag gegen Mittag zu ihrem Enkel nach Göttingen fahren wolle. „Selbst wenn das Paket am Nachmittag - der üblichen Post-Zustellungszeit - eingetroffen wäre, wäre es zu spät gewesen.“

Uwe Klatt half: Als er die wichtige Bestellung am nächsten Tag unter seinen Paketen fand, fuhr er kurzerhand schon vor seiner regulären Tour zu Gudrun Schurian. Die machte ihrem fünfjährigen Enkelsohn mit dem Dino-Puzzle eine Riesenfreude. „Ich bin Uwe Klatt unendlich dankbar und weiß, dass das nicht selbstverständlich ist“, sagt sie. Für den Postzusteller, der in Edermünde-Grifte lebt, ist es das aber durchaus: „Ich liebe meinen Job und möchte, dass meine Kunden zufrieden sind.“

Seit 40 Jahren arbeitet Klatt bei der Deutschen Post, seit 37 Jahren als Zusteller. Den persönlichen Kontakt und die netten Gespräche an den Haustüren machten seinen Beruf so schön, sagt er. „Ich erfahre viel über die Familien, die hier wohnen. Ich erlebe, wie die Kinder groß werden, und manchmal bemerke ich auch persönliche Probleme.“ Wenn er jemandem einen Gefallen tun kann, dann bemühe er sich. Falls jemand zum Beispiel nicht zuhause ist, gibt er das Paket in der Nachbarschaft ab. „Ich möchte den Kunden den Weg zur Postfiliale ersparen.“ Es werde viel zu wenig danke gesagt, wenn sich jemand über das Maß hinaus engagiert, findet Gudrun Schurian. An Weihnachten sei der richtige Zeitpunkt dafür.

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