Baunatal: Seit 2006 zogen 10.000 Menschen zu

Gegen den Trend: Baunatal hat entgegen einer Prognose aus dem Jahr 2006 seine Bevölkerungszahl gehalten. Das Bild zeigt die Innenstadt während des Stadtfestes, allerdings noch ohne das neue Polizeirevier und das Cineplex-Kinocenter. Archivfoto: Prall/nh

Baunatal. Die Bevölkerung Baunatals nimmt bis zum Jahr 2025 um rund sieben Prozent ab. Davon ging eine Studie der Bertelsmann-Stiftung vor genau zehn Jahren aus. Die Prognose hat sich nicht bewahrheitet.

Die Bevölkerungszahl ist bei rund 28.000 weitgehend stabil geblieben. Wer allerdings vermutet, dass im Zeitraum von 2006 bis heute noch in etwa die selben 28.000 Frauen und Männer in der Kommune leben, der irrt.

Innerhalb von nur zehn Jahren tausche sich die Bevökerung um etwa ein Drittel aus, erläutert Bürgermeister Manfred Schaub (SPD). Das bedeutet: 10.000 Menschen, die heute zwischen Hertingshausen und Altenbauna leben, waren 2006 noch nicht in der Stadt.

Die Gründe für diese Bewegungen seien ganz unterschiedlich, sagt Schaub. „Die Mobilität in der Bevölkerung ist extrem“, betont er. Unter anderem spiele natürlich das VW-Werk eine Rolle. Nicht nur dort gebe es Menschen, die ihren Arbeitsplatz wechselten. „Es entsteht auch Zuzug etwa durch Zulieferfirmen.“

Für ein Verweilen in der VW-Stadt spreche unter anderem das hohe Augenmerk des Rathauses auf Schule und Kindergarten (der Kindergartenbesucht ist kostenfrei) sowie die Stabilisierung der Innenstadt. Anreize gebe es auch durch attraktive Baugebiete, etwa im Heimbach-Quartier. Die Bauplätze in Großenritte seien drei Jahre früher voll gewesen, als es die Verwaltung vorausberechnet habe, berichtet der Bürgermeister.

Und so sehen die Zahlen für 2015 aus: Im vergangenen Jahr verzeichnete das Einwohnermeldeamt im Rathaus einen Zuzug nach Baunatal von 1583 Menschen. Demgegenüber stand ein Wegzug von 1399. Hinzu kommen natürlich Geburten und Sterbefälle. 2015 wurden 232 Babys geboren, 316 Frauen und Männer verstarben. Alle Zahlen zusammengenommen bedeuten ein Plus in der Bevölkerung Baunatals von 100 Menschen.

Genauso wie es Anreize für die Familien im Bereich der Bildung gibt, gibt es laut Schaub diese ebenso im Umgang mit Tod und Sterben. Viele Familien wollten beispielsweise keinen Pflegeaufwand mehr mit den Gräbern haben, sagt der Bürgermeister weiter. Als Folge davon böten inzwischen sämtlich Friedhöfe der Stadt einen Friedpark an.

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