Trotz Haltewunsch

Der Bus hielt einfach nicht an: 77-Jähriger konnte nicht aussteigen 

Baunatal. Trotz Haltewunschs konnte ein 77-Jähriger den Bus nicht verlassen. Bisher gibt es keine Entschuldigung vom NVV.

„Ich drücke den Haltewunsch-Knopf, es klingelt, Schriftzug ,Wagen hält‘ leuchtet, der Wagen stoppt aber nicht, er fährt einfach durch“, so schildert Walter Trapp die Begebenheit auf der Buslinie 51.

Auch an der nächsten Haltestelle habe er den Halteknopf gedrückt, die Anzeige sei erneut aufgeleuchtet, erweist sich jedoch zum zweiten Mal als leeres Versprechen. Erst zwei Stopps später, als er zum Fahrer gegangen sei, habe er den Bus verlassen können.

Rückweg: 1,2 Kilometer

Trapp saß auf dem Heimweg im Bus und wollte an der Baunataler Haltestelle „Steinrutsche“ aussteigen, als der Fahrer einfach weiterfährt. „Ich möchte dem Mann ja eigentlich gar nichts“, sagt der Rentner. Der Fahrer habe sich umgehend entschuldigt, ihm über die Straße geholfen und ihm den über einen Kilometer langen Rückweg erklärt. Das ist bei durchschnittlicher Laufgeschwindigkeit immerhin eine Viertelstunde Fußweg - gerade bei winterlichen Temperaturen sowie Schnee, Eis und Glätte eine unnötige und vermeidbare Zumutung.

Obwohl Trapp gut nach Hause gekommen sei, denkt seine Lebensgefährtin darüber nach, was hätte passieren können, wenn dies nicht so beweglichen Menschen geschehen wäre: „Die stehen dann da, mit ihrem Rollator und ohne Handy.“ Bei allem Verständnis für den Busfahrer müsse man sich doch auf ein öffentliches Verkehrsmittel verlassen können, „das geht so einfach nicht“.

Die Empörung des agilen 77-Jährigen richtet sich allerdings weniger gegen den Fahrer als den Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV). Bei diesem habe er sich sofort via E-Mail beschwert, bis heute aber keinerlei Rückmeldung erhalten. Dabei wolle er lediglich eine Entschuldigung, „mehr gar nicht“. Sabine Herms, Pressesprecherin des NVV, bittet um Verständnis für die Bearbeitungsdauer. Aus Sorgfaltspflicht höre das Verkehrsunternehmen stets beide Seiten an, bevor es zu einer Rückmeldung beim Kunden kommen könne. Dazu müsse auch der Busfahrer selbst befragt werden.

Vorher will sie sich weder dazu äußern, wie es zu einem solchen Fehlverhalten trotz Drücken des Knopfs kommen kann, noch das Verkehrsunternehmen benennen, das an diesem Tag für die Linie 51 zuständig war. Erwiesen sich die Vorwürfe Walter Trapps jedoch als berechtigt, erfolge natürlich umgehend eine Entschuldigung, versichert sie. Bis dahin bittet sie um Verständnis und hofft auf die Geduld des Kunden.

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