Baunataler baut Spielzeug nach Grundlagen Fröbels

Die Grundsätze Friedrich Fröbels standen Pate: In seinem Hobbykeller hat der Baunataler Lotar Nietz Holzspielzeug angefertigt. Foto: De Filippo

Baunatal. Kinder lieben es, Dinge zu bauen und kreativ zu sein. Mit den Spielelementen, die der Baunataler Lotar Nietz entworfen hat, ist das wunderbar möglich.

In unzähligen Arbeitsstunden hat er Würfel, Zylinder und Kugeln aus Holz angefertigt. Der Clou: Die Einzelteile lassen sich immer wieder beliebig kombinieren.

Ganz neu sei seine Idee nicht, erzählt der 73-Jährige. Vor über 30 Jahren beteiligte sich der Hobbykünstler an einem Symposium des Bildhauers Volker Beier (Leukersdorf /Erzgebirge). Die damalige Aufgabe war es, Spielzeug nach den Theorien Friedrich Fröbels (1782-1852) zu entwerfen. Der Pädagoge gilt als Begründer des Kindergartens und Pionier der Reformpädagogik.

Als solcher schuf er beispielsweise Anleitungen, wie man Kleinkinder mit Denk- und Bewegungsspielen sinnvoll in ihrer Entwicklung fördern kann. Sein Leitsatz: „Spiel ist die höchste Stufe der Kindesentwicklung.“

Immer neue Kombinationen: Aus den vielen Einzelteilen lassen sich kreative Dinge machen. Matteo (4) baut hier gerade zum Beispiel ein Auto zusammen.

Lotar Nietz fertigte damals, Anfang der Achtzigerjahre, eine Dampflok aus vielen einzelnen Holzelementen an - und die kam so gut an, dass sie sogar zeitweise in einem Museum ausgestellt war. Aus dem Unikat ist inzwischen eine ganze Kollektion geworden. In den vergangenen Monaten hat Nietz viele hölzerne Teile hergestellt, die man mithilfe kleiner Bolzen zu Türmen, Fahrzeugen und sogar Fotokameras zusammenfügen kann. Sehr stabil sind die Bauwerke zugegeben nicht. „Aber gerade das macht ja Spaß: Man kann immer wieder Neues ausprobieren“, sagt Lotar Nietz.

Alle Spielzeugteile bestehen übrigens aus heimischen Hölzern, wurden mit Naturfarben behandelt und gewachst. Alles ökologisch. „Das war mir sehr wichtig.“ In Serie gehen wird das Stecksystem allerdings nicht: Dafür habe die Herstellung der Einzelteile zu lange gedauert, sagt der Spielzeugbauer.

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