Nach Insolvenz von Charly Fernau: Bald vier Läden in Baunataler Innenstadt leer

Hier läuft der Ausverkauf: Charlys Modetreff am Marktplatz in Baunatal schließt demnächst. Unternehmer Charly Fernau hatte in Baunatal in den 70er-Jahren seinen ersten Laden eröffnet. Foto: 

Baunatal. Die Insolvenz des mittelständischen Fuldabrücker Unternehmens von Charly Fernau (86) wirkt sich auch massiv auf die Baunataler Innenstadt aus.

Drei Läden von Fernau machen in direktem Umfeld des Marktplatzes dicht oder haben bereits geschlossen: Die Modeläden Charlys Modetreff und Textilia sowie der Floh Bastelladen. Hinzu kommt noch der ehemalige Laden von Leder Heinze in direkter Nachbarschaft. Das Lederwarengeschäft hatte bereits Ende des vergangenen Jahres geschlossen. Das alles sorgt zumindest vorübergehend für Leerstände in der Innenstadt.

Der Inhaber der Ladenzeile, die Raiffeisenbank Baunatal, hält den Einschnitt allerdings für nicht so gravierend. „Die Insolvenz kam nicht überraschend“, sagt Raiffeisenbank-Vorstandschef Michael Hohmann. Schließlich habe es zuvor ein längeres vorläufiges Insolvenzverfahren gegeben. Während dieser Zeit, so Hohmann, habe das Institut bereits Gespräche mit möglichen Nachfolgern geführt. „Es hat sich schon der eine oder andere bei uns gemeldet.“

Die Raiffeisenbank will die Geschäfte nicht einfach nur neu belegen. Untersucht wird laut Hohmann auch, die Ladenlokale möglicherweise zusammenzulegen und so neue Zuschnitte zu finden. Das bietet sich vor allem im Bereich vom früheren Geschäft Leder Heinze und Charlys Modetreff an, weil die Flächen nebeneinander liegen. Ziel sei auf jeden Fall, wieder Einzelhandel anzusiedeln. „Auch wenn das nicht ganz so einfach ist.“

In dieser Woche sollen weitere Gespräch mit Interessenten laufen. Möglicherweise müsse die Bank als Eigentümer vor einem Neustart noch in Heizungstechnik und Sanitärräume investieren, sagt der Raiffeisen-Vorstand.

Insgesamt bleibt die Bank optimistisch, dass die Läden in Baunatals City nicht all zu lange leer stehen. „Das haben wir bisher immer noch hingekriegt“, sagt Hohmann.

Charly Fernau war zum 1. Mai mit seinem Unternehmen „Charly`s Modetreff GmbH“ in die Insolvenz gegangen. Zuletzt gab es in 31 Filialen noch 128 Angestellte. Diese müssen sich jedenfalls neue Stellen suchen oder sie landen auf der Straße. Laut Insolvenzverwalterin Jutta Rüdlin (Melsungen) existierte in dem Unternehmen kein Betriebsrat. „Insofern wurde auch kein Sozialplan geschlossen.“

Charly Fernau hatte kürzlich im Gespräch mit der HNA darauf verwiesen, dass ein Großteil der Mitarbeiterinnen bereits eine neue Stelle habe. Es handele sich schließlich um gut ausgebildetes Fachpersonal.

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