Baunataler Paar beobachtete schneeweißes Hermelin im Garten

Irritation, dann Begeisterung: Walter Trapp stutzte, als sich ein kleiner, weißer Punkt flink auf seiner Wiese bewegte. Foto: Walter Trapp/nh

Baunatal. Es ist ein milder Tag, als Walter Trapp überrascht am Fenster steht und ein weißes Hermelin in seinem Garten beobachtet.

„Das war ein echtes Erlebnis für uns“, so beschreibt der Rentner aus Baunatal den nicht alltäglichen Anblick.

„Da kann er sich glücklich schätzen“, bestätigt Dieter Schorbach vom Forstamt Wolfhagen. Die etwa 30 cm großen, recht scheuen marderartigen Tiere seien zwar in Hessen beheimatet, aber nur sehr selten in freier Wildbahn zu beobachten.

Er habe zunächst an ein Wiesel gedacht, berichtet Trapp, und liegt damit gar nicht falsch: Hermeline heißen auch Große oder Kurzschwanzwiesel.

Seine Lebensgefährtin und er seien ganz begeistert gewesen: „Wie ein kleines Steiff-Tierchen.“ Das weiße Fell, das sich deutlich von der grünen Wiese abhob, tritt meist nur im Winter auf. Sonst weisen auch Hermeline die typisch braune Färbung von Mardern auf.

Im Gegensatz zu diesen stellen sie aber keine Gefahr für Autos dar, sondern sind sogar nützlich: Als Jäger von Kleinsäugetieren hielten sie früher sogar Bauernhöfe frei von Ratten und Mäusen.

Hintergrund

Das Hermelin, auch Großes Wiesel oder Kurzschwanzwiesel genannt, ist eine Raubtierart aus der Familie der Marder. Es ist vor allem wegen seines im Winter weißen Fells bekannt und spielte zeitweilig in der Pelzindustrie eine bedeutende Rolle. Das Hermelin wird innerhalb der Gattung Mustela in die Untergattung Mustela eingeordnet und ist damit unter anderem mit dem Maus- und dem Langschwanzwiesel eng verwandt. So heißt es im Internet-Lexikon Wikipedia.

Das Hermelin ist in den gemäßigten und subarktischen Zonen der Nordhalbkugel verbreitet. Es bewohnt Europa von den Pyrenäen, Alpen und Karpaten nordwärts, Nord- und Zentralasien (einschließlich Japan), Teile Grönlands, Kanada und den Nordrand der Vereinigten Staaten. Eingeschleppt wurde das Hermelin in Neuseeland und Australien, wo es sich zu einem schweren ökologischen Problem entwickelt hat. Hermeline sind hauptsächlich am Tag und in der Dämmerung aktiv, im Winter vor allem dämmerungs- oder nachtaktiv. Als Deckung und Unterschlupf bevorzugen sie etwa Felsspalten, hohle Baumstämme, Holz- und Steinhaufen.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.