Aufträge für neuen e-Bus noch nicht vergeben

Betriebsrat: Motoren für e-Golf Touch werden in Baunatal gebaut

Viel Technik drin: Der Golf Touch wird auch als „Smartphone auf Rädern“ bezeichnet. Hier ist das Modell R Touch bei einer Präsentation in Berlin zu sehen. Der Touch soll noch in diesem Jahr mit E-Antrieb in Serie gehen.

Baunatal. Auf der Technikmesse CES in Las Vegas wurden jetzt von VW zwei neue Prototypen mit Elektroantrieb vorgestellt: der Bus BUDD-e sowie der e-Golf Touch.

Der Touch - auch „Smartphone auf Rädern“ genannt - soll binnen eines Jahres auf dem Markt sein. Die Motoren sollen im VW-Werk Kassel in Baunatal gebaut werden. Das erläutert Betriebsratschef Carsten Bätzold im Gespräch mit der HNA.

„Der Antrieb kommt aus Kassel“, sagt Bätzold. Das sei auch schon beim letzten Standortsymposium im Baunataler Werk so verkündet worden.

Noch keine Entscheidung gibt es laut Bätzold allerdings für weitere Modelle des Konzerns mit Elektroantrieben - wie etwa den Bus BUDD-e. Er rechne damit, dass ab März die Richtung Stück für Stück festgelegt werde. „Wir sind das Leitwerk für Alternative Antriebe. Ich gehe davon aus, dass wir entsprechend beteiligt werden.“ Schon zum nächsten Standortsymposium mit dem Vorstand im Mai rechne er mit ersten Aussagen zu dem Thema.

Das Werkmanagement gibt sich deutlich zurückhaltender auf Fragen zum e-Golf Touch und zum BUDD-e. „Es gibt noch keine Entscheidung zu den Elektrifizierungs-Kategorien“, sagt Baunatals VW-Sprecher Heiko Hillwig knapp. „Die Entscheidung ist noch in Arbeit.“

Hoffnung auf weitere Aufträge für das nordhessische Werk mit 17 000 Mitarbeitern macht allerdings die grundsätzliche Marschrichtung von Konzernchef Matthias Müller nach dem Abgasskandal. Dieser verkündete kürzlich, dass bei Investitionen grundsätzlich gespart werde, die Sparte Alternative Antriebe werde aber um rund 100 Millionen Euro ausgebaut. „Wir werden nicht den Fehler machen und uns um unsere Zukunft sparen“, sagte Müller Ende des vergangenen Jahres.

Grundsätzlich bietet sich das nordhessische Werk als Produktionsstätte an. Dort wurde der Elektromotor für den gesamten Konzern auf Initiative des früheren Werkleiters Hans-Helmut Becker und seines Entwicklungs-Ingenieurs Klaus Heber maßgeblich entwickelt.

Von der Halle 6 in Baunatal gelangen seit 2013 alle E-Motoren und Plug-In-Hybrid-Varianten für e-Golf, e-Up sowie den Golf GTE, den Passat GTE und den Audi A3 e-tron in die Autowerke.

Die Nachfrage nach den alternativen Techniken war bislang wohl eher gering. Zahlen nennt Volkswagen nicht. Ein Grund für mäßiges Kundeninteresse könnte der recht hohe Preis sein. Ein e-Golf beispielsweise ist erst ab rund 35.000 Euro zu haben. Der Plug-In-Hybrid GTE, der eine Kombination aus E-Maschine und Benzinmotor unter der Haube hat, kostet rund 37.000 Euro. Nach Informationen der HNA verließen 2015 täglich 120 reine E-Antriebe sowie 160 Hybrid-Komponenten das Baunataler Werk.

Archivvideo: VW taucht mit dem Golf R Touch in die digitale Welt ein

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