Beratung über Prämie steht an

Bonus ist Thema im Baunataler VW-Werk

Blick ins VW-Werk: Viele Mitarbeiter beschäftigt derzeit die Zahlung von Boni an den Vorstand und die ausstehende Prämie für die Belegschaft. Archivfoto: Kühling

Baunatal. Der Vorstand des VW-Konzerns will auf einen Teil seiner millionenschweren Bonuszahlungen für das Jahr 2015 verzichten. Sollten die Aktien des Autobauers wieder steigen, werden die Millionen nachgezahlt.

Der Bonus für die Belegschaft hingegen war kürzlich auf null Euro festgesetzt worden. Als Ausgleich soll es eine Anerkennungsprämie geben.

Über die Boni für Vorstände und Beschäftigte wird auch im VW-Werk Kassel in Baunatal viel diskutiert. Das ist immer wieder aus der Fabrik zu hören.

Betriebsratschef Carsten Bätzold rechnet jedenfalls damit, dass die Höhe der Anerkennungsprämie am Donnerstag bei der Jahrespressekonferenz des Konzerns in Wolfsburg verkündet wird. „Ich gehe davon aus“, sagt Bätzold im Gespräch mit der HNA. Am Dienstag träfen sich die Verhandlungspartner erneut, um über diese Prämie zu beraten. Grundsätzlich kritisiert Bätzold das jüngste Angebot des Vorstandes, auf einen Teil der Boni zu verzichten. „Das ist ja kein echter Verzicht“, sagt er. Die Zahlungen würden nur vorübergehend aufgehoben. „Das ist nicht Fisch und nicht Fleisch. Das ist nicht das Zeichen, von dem alle reden.“

Der Betriebsrat in Baunatal hat darüber hinaus die Zukunft der Leiharbeiter am Standort im Blick. Rund 1000 Männer und Frauen befinden sich auf Zeitarbeitsstellen. „Wir tun alles, um die Leiharbeiter so lange wie möglich zu beschäftigen“, sagt der Betriebsratschef. Die Zeichen stehen im VW-Konzern grundsätzlich auf Sparen. In der vergangenen Woche hatte die VW-Spitze das Geschäftsergebnis für 2015 mit einem Rekordminus von 1,3 Milliarden Euro nach Steuern verkündet. Unter anderem sollen als Folge des Abgasskandals 16,4 Milliarden Euro für mögliche juristische Auseinandersetzungen und Rückkäufe von manipulierten Fahrzeugen zurückgestellt werden.

Neue Sparforderungen für das Werk in Baunatal haben sich aus diesen Zahlen noch nicht ergeben. „Das wäre noch zu früh“, sagt Werksprecher Heiko Hillwig auf Anfrage. Es bleibe bei dem für das Jahr 2016 angesetzten Sparziel von 80 Millionen Euro für den nordhessischen Standort. „Es gibt noch keine Kurskorrekturen.“

Produktion gedrosselt 

Beispiel Getriebeproduktion: Während 2014 in Baunatal über vier Millionen Getriebe produziert wurden, wurde das Ziel für 2016 aufgrund des Abgasskandals leicht gedrosselt. 3,8 Millionen Schalteinheiten sollen in diesem Jahr vom Band laufen. Diese Richtung hatte Baunatals neuer Werkleiter Thorsten Jablonski im Februar ausgegeben. Hillwig: „Es gibt keine veränderten Ziele.“

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