Neu: Co-Working in Baunatal

Büro auf Zeit für Einzelkämpfer

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Zweckmäßige Einrichtung: In einem kleinen Besprechungsraum, wo auch ein Drucker (rechts) steht, kann man in Ruhe telefonieren oder Kunden empfangen.

Baunatal. Florian Otto hat schon während seiner Studienzeiten begonnen, beruflich auf eigenen Füßen zu stehen. Der Baunataler ist selbständiger Web-Designer und bietet digitale Lösungen für kleine bis mittlere Unternehmen.

Der 32-jährige genießt es, sein eigener Herr zu sein, hat aber auch die Schattenseiten des Einzelkämpfer-Daseins schnell erkannt: „Man sitzt zu Hause und programmiert so vor sich hin. Es fehlt der Austausch mit anderen, die einem auch mal sagen, ob man auf dem richtigen Dampfer ist“, sagt Otto.

Dass es auch anders geht, hat der Baunataler bei Geschäftsreisen in Hamburg und Köln erlebt. Dort stöpselte er seinen Laptop an einem so genannten Co-Working-Arbeitsplatz ein. In Co-Working-Büros mietet man einen Schreibtisch, Stuhl, Drucker und Internetnanschluss auf Zeit, ein paar Stunden, einen Tag, oder ein paar Monate. Viele Ein-Mann-Unternehmen, die sich vorher vielleicht vorher gar nicht kannten, arbeiten dort in einem Raum, können sich gegenseitig Tipps geben.

Diese relativ neue Form des Arbeitens will Otto nun auch in Baunatal einführen. Hinter der Stadthalle hat er eine Wohnung gemietet und dort sieben Schreibtischarbeitsplätze, eine Teeküche und drei freundlich und hell gestaltete Bürozimmer eingerichtet. Man kann sich in einen kleinen und einen größeren, mit Flipchart und Flachbildfernseher ausgestatteten Besprechungsraum zurückziehen, um Projekte zu diskutieren oder Kunden zu empfangen. Wer seinen Arbeitsplatz länger mieten will, dem stellt Otto auch seine Büroadresse zur Verfügung.

„Man sitzt zu Hause und programmiert so vor sich hin. Es fehlt der Austausch mit anderen, die einem auch mal sagen, ob man auf dem richtigen Dampfer ist.“

„Ich bin selbst mein erster Kunde“, sagt der Baunataler. Er hat auch schon Gesellschaft bekommen: Der frischgebackene Augenoptikermeister Markus Hahn bereitet sich an seinem Laptop auf die Selbstständigkeit vor. Er wolle in Lohfelden ein Optikgeschäft aufmachen, erzählt der junge Mann. Er habe schon ein Objekt in Aussicht. Bis es soweit ist, muss er seine Kosten möglichst gering halten. Gerade für Einsteiger sei Co-Working ideal, weil man kein ganzes Büro mieten und sich nicht langfristig binden müsse, sagt Hahn.

Gegenüber dem Augenoptiker sitzt Didem Uzun. Die junge Frau arbeitet nach eigenen Worten für einen Hamburger Dienstleister und ist gerade in Baunatal bei ihren Eltern. „Da ist es etwas zu unruhig“, sagt sie. Deshalb hat sich Uzun bei Otto für kurze Zeit eingemietet.

Die Wirtschaftsgemeinschaft Baunatal und das Stadtmarketing hätten ihn bei seinem Vorhaben unterstützt, berichtet Otto. Der Web-Designer lädt am Donnerstag, 12. Oktober, alle Mietinteressierten ab 10 Uhr zu einem Informationsfrühstück in sein Co-Working-Büro, An der Stadthalle 9, 2. Stock, ein.

Info: www.coworking- baunatal.de

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