Dresden macht es derzeit vor - VW-Erlebniswelt auch für Baunatal?

So könnte es werden: Eine Erlebniswelt für e-Mobilität in Baunatal. Unsere Fotomontage zeigt die moderne Halle 6 auf dem Werksgelände in Baunatal. An den Komplex, der unweit des Südtores gelegen ist, könnte sich eine kleine Autostadt angliedern lassen. Archivfoto: Kühling / Montage: HNA

Baunatal. Der letzte VW Phaeton lief in der vergangenen Woche in Dresden vom Band. Dort entsteht nun eine Erlebniswelt. Dafür würde sich auch das VW-Werk in Baunatal anbieten.

Die Gläserne Manufaktur in Sachsens Hauptstadt wird nun innerhalb von zehn Tagen von einer Messebaufirma zu einer „Erlebniswelt Elektromobilität und Digitalisierung" umgebaut. Als ein weiteres Zentrum für diese Technologien böte sich auch das VW-Werk Kassel in Baunatal an.

Wie wär’s mit einer Art Mini-Autostadt nach Wolfsburger Vorbild?

Die Einrichtung einer Erlebniswelt in Dresden folgt auf das Ende der Phaeton-Produktion nach 14 Jahren. 100 Mitarbeiter bleiben laut Pressemitteilung von VW am Standort, 400 werden in der Produktion im VW-Werk Zwickau eingesetzt. In den nächsten Tagen werden Teile der Fabrik zum Forum umgestaltet. Dort sollen die Besucher auf spielerische, interaktive und informative Art die Zukunft der Mobilität hautnah erleben, heißt es.

Die Gläserne Manufaktur in Dresden: Hier werden seit vergangener Woche keine Autos mehr gebaut. Teile der Anlage werden jetzt zur „Erlebniswelt für e-Mobilität und Digitalisierung“ umgebaut. Archivfoto: dpa

Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) könnte sich ein solches Zentrum am hiesigen VW-Werk vorstellen. „Wir unterstützen den Bereich e-Mobilität, wo es nur geht“, sagt er im Gespräch mit der HNA. Allerdings müsse es nicht unbedingt eine Art Ausstellungsfläche „mit irgendwelchen Schautafeln“ sein.

Viel mehr, so Schaub, müsse es möglich sein, Autos mit E-Antrieb auch zu fahren und zu erleben. „Das Wichtigste ist doch, wie bringen wir E-Mobilität auf die Straße“, betont der Bürgermeister. Seiner Erfahrung nach sind vor allem die Leute von dieser Technik begeistert, die in einem solchen Auto gesessen haben.

Am Montag war Schaub mit anderen Bürgermeistern von VW-Standorten beim Vorstand in Wolfsburg. In dem Gespräch sei es auch um eine bessere Darstellung der Werke in der Öffentlichkeit gegangen. „Wir finden alle Aktivitäten, die Elektromobilität in die Öffentlichkeit holen, wichtig“, betont Schaub.

Die Erlebniswelt Elektromobilität und Digitalisierung in Dresden soll am 7. April öffnen. Dabei handele es sich um eine langfristig angelegte Aktion, erläutert Sprecher Carsten Krebs. 7 Euro kostet der Eintritt, 3,50 Euro für Kinder.

Ob auch Exponate aus Baunatal in Dresden gezeigt werden, konnte Carsten Krebs bis gestern nicht in Erfahrung bringen.

Das spricht für ein Besucher-Forum in Baunatal:

Die Region Nordhessen mit dem VW-Werk Kassel in Baunatal böte sich durch zahlreiche Argumente als Standort für eine solche Erlebniswelt an:

• An dem nordhessischen Standort werden bisher sämtliche Elektromotoren für den VW-Konzern gebaut. Bestückt werden e-Up, e-Golf, Golf GTE (Hybrid) und Passat GTE. Außerdem der Audi A 3 e-tron. Baunatal ist zudem das Volkswagen-Leitwerk im Bereich e-Mobilität.

• Die Produktionsstätte für die Elektroantriebe, die Halle 6, ist der modernste Produktionsbereich auf dem Werksgelände. Hier würde sich eine gläserne Erlebniswelt perfekt angliedern lassen. Direkt daneben liegt das Südtor des Werksgeländes. Ein Besucherzugang wäre damit relativ einfach zu realisieren.

• Nordhessen braucht innovative Konzepte. Die Grimmwelt in Kassel macht es vor: Viel mehr Besucher, als erwartet, strömen in das moderne Museum am Weinberg. Bereits dreieinhalb Monate nach ihrer Eröffnung wurden in der Grimmwelt 60.000 Besucher gezählt. Das Museum auf dem Weinberg hatte eigentlich mit 80.000 Gästen innerhalb eines Jahres gerechnet – diese Prognose wurde inzwischen auf 100 000 Besucher jährlich angehoben. Mit einer kleinen Autostadt (nach Wolfsburger Vorbild) ließen sich die Menschen sicherlich für moderne Antriebstechnik begeistern.

• Kassel und Baunatal liegen wesentlich zentraler als Dresden. Die gute Erreichbarkeit der Städte mitten in Deutschland wäre für Besucher und Geschäftspartner ein dickes Plus.

• Das VW-Werk Kassel in Baunatal ist das zweitgrößte deutsche VW-Werk. 17.000 Frauen und Männer arbeiten hier. Eine Erlebniswelt könnte damit gleichzeitig repräsentatives Aushängeschild für die Fabrik sein, zu der auch das größte europäische Ersatzteillager des Konzerns gehört.

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