Energie Region Kassel: Stromnetz ist besonders sicher

17 Kommunen sind mit ihrem Stromnetz an der Energie Region Kassel beteiligt: Die Gesellschaft legte jetzt eine positive Jahresbilanz vor. Das Foto von diesem Umspannwerk stammt aus Schleswig-Holstein. Archivfoto: dpa

Baunatal/Schauenburg. Das Stromnetz in den 17 Kommunen der Energie Region Kassel GmbH (ERK) arbeitet besonders zuverlässig. Das machten die Vertreter des Aufsichtsrates jetzt in ihrer Jahresbilanz deutlich.

„Wir haben eine überdurchschnittlich hohe Versorgungssicherheit“, betonte Georg von Meibom, Chef der an der Gesellschaft beteiligten EAM sowie Mitglied des ERK-Aufsichtsrates. Bei den Ausfallzeiten im Stromnetz - etwa nach Gewitter und Sturm - liege die ERK sogar 19 Prozent unter dem Referenzwert der Bundesnetzagentur.

Das Stromversorgungsnetz der Energie Region Kassel umfasst 1700 Kilometer Niederspannungsnetz mit 80.000 Netzanschlüssen von Haushalten. Die Energie-Netz-Mitte, Tochter des Versorgers EAM, kümmert sich um die technische Seite des Stromnetzes. Fast 100 Prozent der Leitungen, so von Meibom, seien in der Erde verlegt. Nur noch ganz wenige Hausanschlüsse existierten in Form einer Freileitung. Die Erdkabel seien demgegenüber deutlich weniger störungsanfällig.

Aufsichtsratsvorsitzende Silke Engler (Baunatal) berichtete von einem positiven Jahresabschluss der ERK, an der die 17 Kommunen mit 51 Prozent und die EAM mit 49 Prozent beteiligt sind. Die Umsatzerlöse lagen demnach bei 7,2 Millionen Euro, der Jahresüberschuss nach Steuern betrug 1,79 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss teile sich mit rund einer Million auf die ERK und rund 800 000 Euro auf die Energie-Netz-Mitte auf, so Engler. „Das ist ein gutes Ergebnis mit Augenmaß an Investitionen. Der Vermögenszuwachs kommt indirekt bei den Kommunen an“, sagte sie.

Die Stadt Baunatal, in der Engler Erste Stadträtin ist, bewertet den Beitritt zur Energie Region Kassel im Jahr 2011 als durchweg positiv. Als Kommune habe man sich nicht mit dem damals von Eon übernommenen Netz als Insel herauslösen wollen, so Engler. Jetzt arbeite eine große Mannschaft zusammen. Die Gemeinde Schauenburg hatte sich erst nach einem weiteren Jahr Bedenkzeit ebenfalls der neuen Gesellschaft angeschlossen.

Kurz nach der Gründung der ERK hatte es in der Region dann eine deutlich größere Umwälzung im Energiesektor gegeben. Viele nordhessische Kommunen entschieden sich für einen Rückkauf der Eon-Mitte-Anteile und eine Wiedergründung der EAM. Ist damit damals die Konstruktion der ERK nicht überflüssig geworden?

Ein Aufgehen der ERK in der EAM sei schon deshalb nicht möglich, weil einige der 17 ERK-Kommunen nicht an der EAM beteiligt seien, sagte Engler weiter. „Das ist nicht deckungsgleich.“ Bei der EAM gebe es 116 Anteilseigner, bei der ERK seien es 17. „Damit ist Mitbestimmung am Netz gegeben.“

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