Geplantes Baunataler Wohngebiet Akazienallee: Blindgänger-Suche geht weiter

Teure Suche: Erst wenn das 25 000 Quadratmeter große Areal an der Akazienallee keine Verdachtspunkte mehr aufweist, wird mit der Erschließung begonnen. Ab dem Sommer sollen hier Mehrfamilienhäuser gebaut werden. Fotos: Naumann

Baunatal. Die Suche nach möglichen Blindgängern im Neubaugebiet Akazienallee in Altenbauna am Baunsberg dauert noch an. Bis Ende Februar werden Mitarbeiter einer Fachfirma für Kampfmittelsondierung aus Lüneburg nach Blindgängern auf dem rund 25 000 Quadratmeter großen Areal suchen.

Während des Zweiten Weltkrieges gab es am Baunsberg Flakstellungen, in der Nachbarschaft die Henschel-Flugmotorenwerke. Tatsächlich wurden vor zwei Wochen bereits drei Stabbrandbomben gefunden und vom Kampfmittelräumdienst des Regierungspräsidiums Darmstadt entsorgt.

Suche seit April 2015

Nadel im Heuhaufen: Ein kaum auswertbares Ergebnis hatte das zunächst angewandte Sondierungsverfahren im Sommer 2015 ergeben. Die roten Flächen könnten auf Blindgänger hinweisen, es kann sich aber auch um eisenhaltiges Gestein handeln. Repro: HNA

„Wir hätten selbst nicht gedacht, dass die Sondierung so viel Zeit in Anspruch nimmt“, sagt Karsten Brede, Tiefbauleiter der Stadt Baunatal. So wird schon seit April 2015 an der Akazienallee gesucht. „Es ist der Boden, der uns Schwierigkeiten macht“, sagt Brede. Grund sei der hohe Eisenanteil im Basaltgestein. Er habe zunächst nur diffuse Messergebnisse geliefert. „Das zuerst eingesetzte Standard-Suchverfahren hat nicht zwischen Gestein und Blindgänger unterschieden“, sagt Brede. Statt konkreter Verdachtspunkte hätten sich eher Verdachtsflächen ergeben. Erst der zweite Suchanlauf brachte jetzt den erwünschten Erfolg. Eingesetzt worden sei ein neues Induktionsverfahren, das die elektrische Leitfähigkeit des Bodens erfasst. „Zunächst wurde nur die obere Schicht bis in 50 Zentimeter Tiefe gescannt“, sagt Brede. Hierbei seien - neben einer Menge Schrott - auch die drei Stabbrandbomben gefunden worden. Aktuell werde der Boden in größeren Tiefen ausgemessen. „Fliegerbomben - aus großer Höhe abgeworfen - können sich bis zu sechs Meter tief in den Boden bohren“, sagt Brede. Die Wahrscheinlichkeit, dass hier etwas liegt, sei relativ hoch.

Insgesamt 63.000 Euro kostet der Einsatz des neuen Sondierungsverfahrens. „Das ist immer noch billiger, als den ganzen Boden abzutragen“, sagt Brede.

Neues Sondierungsverfahren: Über eine Induktionsschleife messen die beiden Sondierer Sergej Britschew (links) und Steffen Kühn die elektrische Leitfähigkeit des Bodens. Auf diese Weise wurden in den vergangenen Wochen drei Stabbrandbomben – wie auch jede Menge Schrott – gefunden.

Sobald sich zeige, dass die Fläche keine Verdachtspunkte mehr aufweise, werde etwa ab März mit der Erschließung des Areals begonnen. „Hier sollen später Mehrfamilienhäuser für etwa 200 bis 250 Menschen entstehen“, sagt Fachbereichsleiter Uwe Schenk. Zunächst würden Gräben angelegt für Versorgungsleitungen, anschließend würden die Erschließungsstraßen gebaut. „Ab August kann dann mit dem Hausbau begonnen werden“, so Schenk. Vorgesehen ist, die Wohneinheiten vor allem an Familien zu vermarkten. „Wir haben schon so manche Interessenten.“

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