Interview mit Carsten Bätzold

VW-Betriebsratschef zu Abgasanlagen: „Gibt noch kein Ergebnis“

VW-Betriebsratschef Carsten Bätzold Foto:VW/nh

Baunatal. Mit Unverständnis hat am Donnerstag der Betriebsratschef des VW-Werkes, Carsten Bätzold, auf die Äußerung von Werkleiter Thorsten Jablonski reagiert, es herrsche Einigkeit darüber, dass der Bereich Abgasanlagen „mittel- oder langfristig auslaufen“ würde.

Wir sprachen mit dem Betriebsrat.

Wie ist der Stand der Verhandlungen? 

Carsten Bätzold: Die Verhandlungen zwischen Gesamtbetriebsrat und Markenvorstand über den Zukunftspakt zur Sicherung der Beschäftigung und der Wettbewerbsfähigkeit in der Marke VW sind aktuell am Laufen und haben für den Standort Kassel noch zu keinem abschließenden Ergebnis geführt.

Über was wird diskutiert? 

Bätzold: In den Verhandlungen sprechen wir mit dem Management über verschiedene Themen, unter anderem über das Produktportfolio des Standorts Kassel, zu dem auch die Abgasanlagen gehörten

Wo sind Betriebsrat und Werkleitung denn uneins? 

Bätzold: Entgegen den ursprünglichen Vorschlägen des Unternehmens haben wir als Betriebsrat durchgesetzt, dass sich der Standort Kassel um die Fertigung der nächsten Abgasanlagengeneration bewirbt und damit mindestens bis 2025 Lieferant von Abgasanlagen im VW-Konzern bleibt, wenn er diese Produkte gewinnt.

Was steht im Werk Kassel noch auf den Prüfstand? 

Lesen Sie auch:

VW-Werk Baunatal: „100 Ingenieure arbeiten für den e-Antrieb“

Bätzold: Welche Produkte der Standort ab 2025 fertigen wird, ist ein zentrales Thema in den aktuell laufenden Verhandlungen. Dabei geht es aber auch um die Frage, in welchem Umfang Beschäftigung am Standort in Zukunft durch neue Elektroantriebe gesichert werden kann und in welchen Bereichen die dafür benötigten Beschäftigten „freigespielt“ werden sollen. Hier gibt es noch deutliche Unterschiede in den Positionen von Management und Betriebsrat. Wir als Betriebsrat sind erstaunt und verärgert, dass unabgestimmt offene Verhandlungsstände zum jetzigen Zeitpunkt durch Unternehmensvertreter gegenüber der Presse als gemeinsam abgestimmte Positionen dargestellt werden. Das sorgt auch für Verunsicherung in der Belegschaft. Doch Veränderung braucht Sicherheit.

Zur Person: 

Carsten Bätzold (51), geboren in Kassel, ist seit 2012 Vorsitzender des Betriebsrates im Werk Kassel. Der gelernte Universalfräser ist Vater von drei Kindern und spielt gern Fußball. Er wohnt in Schauenburg.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.