Glyphosat im Bier: Jetzt äußern sich Hütt und Einbecker

In vielen deutschen Bieren sind Rückstände des Pflanzenschutzmittels Glyphosat. Vertreter heimischer Brauereien, deren Biere nicht getestet wurden, äußern sich.

Das Umweltinstitut in München hat in den 14 beliebtesten Biersorten Deutschlands das Pestizid Glyphosat nachgewiesen. Wir haben mit den Brauereien aus der Region gesprochen, deren Biere bei den Messungen nicht kontrolliert wurden.

Hütt-Brauerei, Baunatal: Laut Hütt-Inhaber Frank Bettenhäuser lehnt seine Brauerei wie die gesamte Branche Glyphosat ab. „Natürlich wollen wir nicht, dass sich Gift in unseren Produkten befindet. Gleichzeitig beeinträchtigt Glyphosat die Keimfähigkeit des Getreides, was für die Mälzung schlecht ist“, sagt er. Daher sei das Pestizid beispielsweise beim Gerstenanbau tabu.

Warum es dennoch in deutschem Bier nachgewiesen wurde, erklärt Bettenhäuser so: „Wird auf einem Nachbarfeld Glyphosat gespritzt, kann es passieren, dass es durch den Wind hinübergetragen wird.“ Er meint, dass die Brauereien bei der aktuellen Diskussion dazu benutzt würden, um die geplante Verlängerung der Zulassung von Glyphosat zu kippen. „Wenn das gelingt, ist das aber okay. Wir wollen selber, dass das Gift verschwindet“, sagt Bettenhäuser.

Einbecker Brauhaus AG, Einbeck: Eine Sprecherin der Einbecker Brauhaus AG zeigte sich über den Nachweis von Glyphosat im Bier wenig überrascht. Es sei bekannt, dass Glyphosat, aber auch andere Pflanzenschutzmittel, in zu vernachlässigen Mengen im Bier enthalten seien. Über ein Monitoring würden die Werte beim Brauen gemessen. Dass Glyphosat im Bier enthalten sei, könne man als Brauerei selbst nicht verhindern - das sei nur möglich, wenn die Landwirte es nicht mehr nutzen würden.

In allen anderen Punkten habe man zusammen mit dem Deutschen Brauer-Bund eine Stellungnahme zu dieser Thematik entwickelt, der man sich anschließe. Der Brauer-Bund sieht in den Mengen des enthaltenden Glyphosats keine Gefährdung. Ein Richtwert für Lebens- und Genussmittel wie Bier existiere aber nicht.

Rubriklistenbild: © dpa

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