Rückhaltebecken nimmt Form an

Hochwasser am Hauptfriedhof Baunatal bald Geschichte

Wie ein großes Becken mutet der Auslass an. Später wird hier eine komplizierte Mechanik aus Klappen und sogenannten Schütz-Tafeln das gezielte Ablassen von Wasser erlauben. Foto: Naumann

Baunatal. Fast noch wie ein Meteoritenkrater - etwa sieben Fußballfelder groß - mutet das neue Hochwasserrückhaltebecken an der Hunsrückstraße direkt am Hauptfriedhof in Baunatal an.

Gebaut wird hier gerade am sogenannten Auslass, jenem Bauwerk, das später einmal das gezielte und dosierte Ablassen von Hochwassermassen ermöglicht. Nahezu fertig ist dagegen schon das Becken selbst mitsamt dem rund 660 Meter langen und bis zu 4,70 Meter hohen Damm. Später soll auf seiner Krone ein Geh- und Radweg angelegt werden.

„Alles ist im Zeitplan“, sagt Horst Brixel, technischer Leiter beim Abwasserverband Baunatal-Schauenburg (VAH). Das Rückhaltebecken mit einem Fassungsvermögen von rund 100 000 Kubikmetern ist der zweitgrößte und vorerst letzte Baustein im VAH-Hochwasserschutzkonzept, das bereits 1995 geplant wurde und seit 2000 umgesetzt wird.

Böse Erinnerung an 1992 

„Es geht darum, künftig Starkregenereignisse sicher in den Griff zu bekommen“, sagt Brixel. Ein Hochwasser wie im Sommer 1992, das damals viele Keller und Straßen entlang der Bauna in Schauenburg und Baunatal überschwemmte und einen Schaden von 6,5 Mio. Euro anrichtete, soll es nicht mehr geben.

Dafür sorgen die bereits fertiggestellten Wasserrückhalteanlagen in Hoof mit 5600 Kubikmetern Fassungsvermögen, der Polder Schefferfeld vor Altenritte mit 234 000 Kubikmetern Volumen sowie das Rückhaltebecken Katzenmühle bei Elgershausen mit 74 000 Kubikmetern. „Hinzu kommt Hochwasserschutz am Flusslauf der Bauna in Kirchbauna und Guntershausen, um einen möglichst schnellen Abfluss von großen Wassermengen zu ermöglichen“, sagt Brixel (siehe Grafik).

So könnten künftig in Gutershausen im Bereich der Bauna-Mündung in die Fulda bis zu 59 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abfließen, ohne dass die Bauna über die Ufer trete. Zum Vergleich: Normalerweise führt die Bauna dort nur etwa fünf Kubikmeter Wasser pro Sekunde ab.

„Alle drei Hochwasserrückhaltebecken sind für sich computergesteuert und zudem miteinander vernetzt“, sagt Brixel. Damit könne vor allem schnell auf ein plötzlich auftretendes Hochwasser reagiert werden. Das sei wichtig, da zeitlich zwischen einem Starkregen zum Beispiel im Habichtswald und dem Abfluss der Wassermassen durch das Bauna-Tal oft nur wenige Minuten lägen. „Zudem können wir mit der Steuerung das Verhältnis von Zu- und Abfluss entlang der gesamten Anlagenkette genau und optimal dosieren“, sagt Brixel. Auf diese Weise ließen sich vor allem hohe Flutspitzen sehr effektiv abdämpfen.

Spätestens 2017 - so der Plan - sollen die Menschen entlang der Bauna in Schauenburg und Baunatal kein Hochwasser mehr fürchten müssen. Allein das Hochwasserrückhaltebecken an der Hunsrückstraße verschlingt rund 5,3 Mio. Euro, von denen jedoch 70 Prozent das Land übernimmt.

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