Vorwürfe gegen Wohnungsgesellschaft: Familie sucht verzweifelt eine Wohnung

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Vergebliche Wohnungssuche: Carsten und Anita Hämisch (mit den Kindern Louis, links, und Johanna) sind sauer auf die Vergabepraxis der GWH.

Baunatal. Carsten und Anita Hämisch, die derzeit am Baunsberg wohnen, erheben Vorwürfe gegen die Wohnungsbaugesellschaft GWH. Sie bekommen einfach keine neue Wohnung.

Die Familie Hämisch wohnt mit ihren beiden kleinen Kindern in einer 72-Quadratmeter-Wohnung der Wohnungsgesellschaft GWH an der Birkenallee 78. Ein Zimmer hat sie provisorisch in zwei Räume unterteilt, damit Louis (6 Monate) und Johanna (18 Monate) ihren jeweils eigenen Bereich haben.

Sein 15-jähriger Sohn komme häufig am Wochenende zu Besuch, dann werde es richtig eng, sagt Carsten Hämisch. Die Familie bewerbe sich seit einem halben Jahr vergeblich bei der GWH um eine Vierzimmerwohnung. Und um diese Suche ist es inzwischen zu einem heftigen Streit zwischen den Hämischs und ihrem Vermieter gekommen, der nun anscheinend eskaliert ist.

„Die wollen uns keine neue Wohnung geben. Die GWH will uns heraushaben“, sagt der 35-Jährige. Er habe einen Anwalt eingeschaltet.

Er habe sich bei der Wohnungssuche benachteiligt gefühlt, sagt der 35-Jährige, der momentan auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen ist und nach eigenen Worten in der warmen Jahreszeit als Dachdecker arbeitet. Sechs Wohnungen habe man bei der GWH besichtigt, bisher immer vergeblich. Mal habe es geheißen, die Wohnung sei schon vergeben, obwohl sie später wieder als Angebot im Netz gestanden habe. Oder es habe geheißen, sie sei zur Eigentumswohnung umgewandelt worden. „Ich habe das Gefühl, die wollen das nicht“, sagt Hämisch. Schließlich habe er mehrmals einen von der GWH geforderten Bewerbungsbogen ordnungsgemäß ausgefüllt.

Christian Wedler, Geschäftsstellenleiter der GWH in Kassel, weist den Vorwurf der Benachteiligung zurück. Als Vermieter überprüfe man die Bonität der Wohnungsbewerber, über die man noch keine ausreichende Kenntnis habe. Dabei geht es auch um mögliche Schulden. „Wir sind ein wirtschaftlich handelndes Unternehmen“, sagt Wedler. Bei GWH-Mietern, die in eine andere Wohnung aus GWH-Beständen wechseln wollten, sei man über deren wirtschaftlichen Verhältnisse im Bild.

Die Hämischs seien jedoch Mieter der Gesellschaft Gagfah gewesen, von der man die Häuser am Baunsberg übernommen habe, erklärt Wedler. Bei diesen Mietern müsse man die Bonitätsdaten - wie bei anderen, die sich neu bei der GWH einmieten wollten - erst erfragen. Die Hämischs hätten aber - entgegen ihrer Behauptung - die angeforderten Informationen zu ihrer Bonität trotz Erinnerung bis heute nicht vollständig geliefert. Hämisch bestreitet das. Ferner sei die Familie seit Längerem im Mietrückstand, sagt Wedler. Das sei zwar nur ein sehr kleiner Betrag. „Aber das ist nicht geeignet, das Vertrauen zu fördern“, sagt Wedler. Auch diesen Sachverhalt bestreitet Hämisch. Ihm sei inzwischen klar von der GWH bedeutet worden, dass die Familie keine neue Wohnung erhalten werde.

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