Kein Nachfolger für Vorsitzenden: Eintracht Baunatal steuert auf Krise zu

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Heinz Bachmann

Baunatal. Trotz intensiver Suche findet sich kein Nachfolger für den Vorsitzenden des GSV Eintracht Baunatal, Heinz Bachmann, der seinen Rückzug angekündigt hat.

Ein Zuwachs von 168 Mitgliedern im ersten Quartal 2016 auf 3220, zwei Fahrkarten für die Teilnahme an der Olympiade in Rio, zwei Weltmeister im vergangenen Jahr. „Das ist ein tolle Bilanz“, sagte Heinz Bachmann, Vorsitzender des GSV Eintracht Baunatal, während der Jahreshauptversammlung seines Vereins am Wochenende in der Kulturhalle Großenritte. Und dennoch könnte der Verein noch dieses Jahr am Abgrund stehen. Denn es hat sich bisher kein Nachfolger für Bachmann gefunden, der nächstes Frühjahr auf jeden Fall aufhören will.

Karsten Hellmuth

Da auch Norbert Buntenbruch aus dem geschäftsführenden Vorstand ausscheiden will, wäre der Verein dann handlungsunfähig. Das könnte sogar das Ende des ganzen Vereins einläuten, sagte Bachmann. Eigentlich wollte Bachmann schon zur aktuellen Jahreshauptversammlung den Stab abgeben. Geplant war ein Wechsel des Finanzvorstands Karsten Hellmuth an die Spitze des Vereins. Bachmann wäre dann noch ein Jahr Vorstandsmitglied geblieben. Doch Hellmuth ist nun mit einer weiteren Baustelle im Verein voll ausgelastet. Nach dem Weggang des langjährigen Schatzmeisters Berthold Siebert klappt die Umstellung auf ein neuartiges Datenverarbeitungs- und Buchhaltungssystem immer noch nicht reibungslos. Siebert und ein weiterer Vorstands-Veteran, Frank Becker, mussten beim Jahresabschluss aushelfen.

„Ich habe Familie, Haus und Eltern“, sagte Hellmuth, offensichtlich um klar zu machen, dass er die zusätzliche Belastung nicht schultern könne. Außerdem konnte sich der Finanzvorstand mit seiner Forderung nach schlankeren Strukturen im Verein bisher nicht gegen den Hauptvorstand, das erweiterte Führungsgremium, durchsetzen. Wenn sich nichts ändere, werde der GSV bald gar keine Leute mehr finden, die sich ehrenamtlich engagieren wollen.

„Keine Initiative, kein einziger Vorschlag aus den Abteilungen“ sei für seine Nachfolge gekommen, klagte Bachmann vor den Mitgliedern. Er warte noch bis Ende der Sommerferien, dann müsse der Verein eben mit einem hauptberuflichen, voll bezahlten Vorstandschef arbeiten, erklärte der Vereinschef.

Damit würde sich der Verein in seiner Struktur dem KSV Baunatal annähern, der mit Timo Gerhold bereits einen bezahlten „Profi“ an der Spitze hat.

Bisher kommt der GSV mit zwei 450-Euro-Kräften, einem Hausmeister und einem freiberuflichen Buchhalter aus. Leidtragende wären allerdings die Abteilungen des GSV Eintracht Baunatal. Denn ihnen kamen bisher die Fördergelder ungeschmälert zugute. Das würde sich ändern.

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