Datenübermittler am Handgelenk bei Volkswagen auf dem Vormarsch

VW-Werk in Baunatal will Smart Watch testen

Daten erfassen per Blickkontakt: Die Datenbrille wurde im Baunataler OTC getestet, zum Einsatz kommt sie noch nicht.

Baunatal. Smart Watches und Fitness-Armbänder sind nicht mehr nur angesagte Lifestyle-Produkte. Auch in der Industrie sind die Datenübermittler am Handgelenk auf dem Vormarsch.

VW in Wolfsburg testet die „intelligenten Uhren“ und digitalen Armbänder bereits in Pilotprojekten in der Logistik. Das Werk Kassel in Baunatal würde dabei gerne mitmachen, wie Werksprecher Heiko Hillwig auf Anfrage verrät.

„Dieses Armband ist eine gute Geschichte“, sagt Hillwig. Derzeit kläre man mit den Kollegen in Wolfsburg, ob der Einsatz von Smart Watches und Daten-Armbändern in der Logistik nicht auch an dem nordhessischen Standort getestet werden könne. Immerhin: Bei einem Pilotprojekt für die Nutzung von Tablet-Computern ist der Standort Kassel neben Braunschweig und Emden bereits dabei, bestätigt Leslie Bothge, Sprecherin des VW-Werks Wolfsburg.

Jüngst erst hatte sich VW in Baunatal am Test einer digitalen 3D-Datenbrille beteiligt. In Baunatal, so Hillwig, werde die Brille derzeit nicht eingesetzt. Das Sichtfeld werde beispielsweise bei Staplerfahrern zu sehr eingeschränkt. Der VW-Konzern verspricht sich grundsätzlich durch den Einsatz von Smart Watches und Tablets eine höhere Effizienz durch intelligente Prozesssteuerung. „So sieht die Volkswagen Logistik der Zukunft aus“, betont Bothge.

Am Stammsitz laufe das vierwöchige Pilotprojekt zum Einsatz von Smart Watches, Tablet-Computern und RFID-Armbändern in der Kommissionierung sowie für Gabelstapler und Zugmaschinen, heißt es. „Werklogistik und Volkswagen Konzern IT haben dafür eine eigene spezifische App entwickelt“, erläutert Bothge. Um die Produktivität weiter zu steigern, setze VW verstärkt auf Digitalisierung, sagt Reinhard De Vries, Leiter der Werklogistik in Wolfsburg.

Beispiel Smart Watch: Die Armbanduhr mit Computerfunktion wird zur Optimierung der Prozesse in der Logistik getestet. Volkswagen setzt dabei auf das Modell „Enrox Enjoy Life“. „Die Uhr verfügt über eine Kamera, mit der Barcodes gescannt werden können“, heißt es. „Über W-Lan erhält der Mitarbeiter die Daten über die angeforderten Komponenten vom Server direkt auf das Display der Uhr.“ Durch die Touchbedienung habe der Mitarbeiter beide Hände frei, da er nicht mit einem Hand-Daten-Terminal Daten scannen müsse.

Das zweite Pilotprojekt findet mit RFID-Armbändern statt. RFID steht für „Radio Frequency Identification Device“ und basiert auf dem berührungslosen Austausch von Informationen durch Funk. „Über Funketiketten können Materialien lokalisiert und registriert werden“, erläutert Bothge. Nicht nur für Brillenträger böten die Armbänder im Vergleich zur 3D-Daten-Brille eine echte Alternative. Bestens bewährt habe sich in Wolfsburg der Einsatz von Tablets auf Kommissionierwagen und Gabelstaplern, heißt es. Vorteil: Das Tablet verwaltet nicht nur den Versand der Ersatzteile, sondern zeigt dem Fahrer per Navi auch den Weg durch die Hallen dorthin.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.