Neue Stadtbücherei Baunatal gewinnt mehr Kunden

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Reiche Auswahl: Heike Moisl (von links) war in der Stadtbücherei Baunatal auf der Suche nach Krimis und historischen Themen. Jutta Hornung und Ramiza Durna beteiligten sich an der Bücherbörse, um in ihren Regalen zu Hause Platz für neuen Lesestoff zu schaffen.

Baunatal. Auch im digitalen Zeitalter wird das gute alte Buch nicht zum Auslaufmodell.

Das bewies der Andrang bei der von der Stadt organisierten ersten Baunataler Bücherbörse in der Stadthalle. An 44 Ständen konnte man nach Lesestoff stöbern.

Die neue Stadtbücherei erlebt sogar eine Renaissance: Die Zahl ihrer Kunden ist seit der Modernisierung und ihres Neubaus im Rathaus um mehr als die Hälfte gestiegen - von 2200 Nutzern im Jahr 2012 auf aktuell 3300. besonders erfreulich: Mehr als ein Drittel der Kundschaft besteht aus Kindern und Jugendlichen.

„Wer nicht mit Sprache umgehen kann, bekommt später Probleme beim Recherchieren im Internet.“

Auf Pirsch nach Lesestoff: Stefanie Schwed kam mit ihrer Tochter Angelina. Fotos: Dilling

Das kommt allerdings nicht von selbst: Die Mitarbeiter haben ein Konzept erarbeitet, dass auf eine enge Zusammenarbeit mit den Baunataler Schulen setzt. Bis zu den Sommerferien habe es 40 Führungen für Schüler der ersten bis vierten Klassen gegeben, berichtet Büchereileiterin Jutta Kraut. Lesen sei als Grundlage notwendig, um später sinnvoll mit digitalen Medien umgehen zu können, sagt sie. „Wir wollen Medienkompetenz aufbauen. Wer nicht mit Sprache umgehen kann, bekommt später Probleme beim Recherchieren im Internet“, meint Kraut. Die Zusammenarbeit mit weiterführenden Schulen ist gerade angelaufen und soll nächstes Jahr ausgebaut werden.

42.000 Medien hat die Stadtbücherei in ihrem Bestand, neben Büchern und Hörbüchern auch Zeitschriften, Konsolenspiele und Computer-Software. Über den Onleihe-Verbund Hessen kann die Bücherei auf 93 500 digitale Medien zurückgreifen. Das Angebot außerhalb des klassischen Buchs hat einen Anteil von 15 Prozent. Man versuche eine Balance zu halten, sagt Katja Freitag, Mitarbeiterin der Bücherei.

Die Stadtbücherei ist auch ein Beispiel für ein niederschwelliges Bildungsangebot. Man kann sich dort im Internet informieren und Zeitschriften lesen, ohne sich registrieren lassen zu müssen. „Ein älterer Herr kommt regelmäßig, um bei uns die HNA zu lesen.“, erzählt Freitag. Es gebe auch Erwachsene, die dort ihre Bewerbungen schreiben und ausdrucken.

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