Edelmetalle werden wiederverwertet

Neue VW-Halle für Kat-Recycling: Umzug vom Werk Mittelfeld nach Kirchbauna

Blick ins Gewerbegebiet Kirchbauna: Direkt hinter dem Uni-Forschungszentrum Metakus liegt die 5800 Quadratmeter große Fläche für die neue Halle für VW. Der Autokonzern will dort die Katalysatoren-Verwertung unterbringen. Archivfoto: Baum / nh, Grafik: HNA

Baunatal. VW erweitert sein Angebot am Standort Baunatal. Der Autokonzern will oberhalb des Uni-Forschungszentrums Metakus im Gewerbegebiet Kirchbauna ein 5800 Quadratmeter großes Gelände kaufen.

In einer von einem Investor errichteten Halle solle künftig die Verwertung von Katalysatoren untergebracht werden, erläutert VW-Sprecher Heiko Hillwig auf Anfrage.

Das Kat-Recycling befindet sich derzeit im Werk Mittelfeld an der Holländischen Straße in Kassel. „Wir müssen umziehen, weil das Gebäude auf dem ehemaligen Henschel-Areal abgerissen wird“, sagt Hillwig weiter. Durch den Umzug nach Baunatal ergäben sich zudem logistische Vorteile. Das Metakus und die freie Fläche liegen in unmittelbarer Nähe des Original-Teile-Centers (OTC) von VW. 13 Mitarbeiter sind derzeit mit der Verwertung von Edelmetallen aus gebrauchten Katalysatoren befasst. Laut Hillwig ändert sich das mit dem Wechsel nach Baunatal nicht.

Am Standort werden die Abgasanlagen aus VW-Modellen des gesamten deutschen Marktes verwertet. Wie viele Teile täglich den Standort durchlaufen, dazu will der VW-Sprecher keine Angaben machen. Auch zur Investitionssumme für die neue Halle sagt er nichts.

Mit einer Spezialschere werden die Kats zerkleinert. Der sogenannte Monolithenbruch werde dann in Tonnen zu den externen Herstellern von Katalysatoren gebracht, erläutert Heiko Hillwig weiter. „Die Edelmetalle daraus werden wiederverwendet. Es bleibt ein geschlossener Kreislauf.“

Ein Monolith im Katalysator übernimmt die Abgasreinigung und ist mit wertvollen Edelmetallen wie Platin, Palladium und Rhodium beschichtet.

Die Baunataler Stadtverordneten haben dem Grundstückskauf in einer nicht öffentlichen Versammlung bereits zugestimmt. Laut VW-Sprecher Hillwig soll bis Ende Oktober der Antrag auf Genehmigung der Anlage nach dem Bundesemissionsschutzgesetz beim Regierungspräsidium Kassel gestellt werden. Nach einer Zusage werde wohl bald mit dem Bau der neuen Halle in Kirchbauna begonnen.

Übrigens: Die Katalysatoren-Aufbereitung bei VW war jüngst wieder in die Schlagzeilen geraten. Drei ehemalige Mitarbeiter der Abteilung hatten in den Jahren 2007 und 2008 illegal Monolithenbruch verkauft. Sie wurden jüngst vor dem Kasseler Amtsgericht zu Bewährungsstrafen verurteilt.

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