Neuer Kreisel in Großenritte: Noch ist nichts entschieden

Lebhafter Verkehr: Das Überqueren der Kreuzung Niedensteiner Straße (Mitte) und das Abbiegen fordert von Autofahrern volle Aufmerksamkeit. Wenn das Haus rechts hinten abgerissen würde, gäbe es Platz für einen Kreisel. Foto: Dilling

Baunatal. Die SPD-Fraktion unter ihrem Chef Reiner Heine hat schon vor eineinhalb Jahren den Magistrat und seinen Parteifreund, Bürgermeister Manfred Schaub, aufgefordert, etwas für die Entschärfung der Kreuzung Niedensteiner Straße / Besser Straße in Großenritte zu tun.

Jetzt endlich scheint Bewegung in die Sache zu kommen: Im September hat eine Verkehrsschau an der Kreuzung, an der es erst vor ein paar Wochen einen Unfall mit Verletzten gegeben hat, stattgefunden. Das Resultat: Alle sind für den Bau eines Kreisels, den will die Stadt auch bauen, sagt der Baunataler Verwaltungschef.

Doch wie es aussieht, ist dieser Plan eine Gleichung mit vielen Unbekannten. Und vor 2018 wird sich das Projekt wohl kaum realisieren lassen: Die Planung sei „im Vorstadium“, sagt Schaub, einen Zeitplan könne man nicht nennen.

Es würden zunächst Vorgespräche mit dem Land und weiteren Beteiligten geführt. Geld im Haushalt gibt es für nächstes Jahr noch nicht. Ohne hohe Zuschüsse dürfte der Kreiselbau für Baunatal, das ja wegen des VW-Skandals unter zurückgehenden Gewerbesteuereinnahmen leidet, kaum zu schultern sein.

Theoretisch müsste sich das Land an den Kreiselkosten beteiligen, denn die Niedensteiner Straße ist Landesstraße. Doch die zuständige Behörde Hessen Mobil gibt sich auf HNA-Anfrage reserviert. Ein Kreiselbau sei nicht im Integrierten Planungs- und Bauprogramm des Landes enthalten. „Aktuell gilt der angesprochene Bereich nicht als Unfallschwerpunkt“, teilte Hessen-Mobil-Sprecher Horst Sinemus auf Anfrage mit. Einen Planungsauftrag gebe es nicht. Es bestehe allerdings die Möglichkeit, dass eine Kommune ein solches Kreiselprojekt „mit eigenen Mitteln umsetzt“.

Eine weitere Hürde dürfte der Flächenbedarf für solch ein Bauwerk sein. Der Bürgermeister bestätigte, dass die Stadt inzwischen das leer stehende Haus an der Ecke Besser Straße / Niedensteiner Straße erworben hat. Man halte sich damit die Option eines Abrisses offen, sagte der Verwaltungschef. Es sei noch offen, ob man etwas von dieser Fläche benötige.

Das Gleiche gelte für den gegenüberliegenden Parkplatz des Edeka-Getränkemarktes und des Geländes der katholischen Kirche. Pfarrer Dr. Joachim Rabanus sagt zu dem Thema auf Anfrage nur: „Kein Kommentar.“

Getränkemarkt-Inhaber Matthias Hadwiger ist skeptisch. „Ein Kreisel macht aus meiner Sicht keinen Sinn“, sagt er. Das Problem der Kreuzung sei, dass manche Autofahrer die Elgershäuser Straße fälschlicherweise für die Vorfahrtsstraße hielten. Dem könne man mit einer Ampel oder optischen Warnhinweisen oder Fahrbahnschwellen abhelfen. 

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