Neues Heim für kleine Maulwürfe

Nahezu im Erdreich versenkt: Die neue Kindertagesstätte neben dem Gertrudenstift Baunatal erhält unter anderem eine bespielbare Dachfläche. Animation: Karampour und Meyer

Baunatal. Die Kita neben dem Baunataler Altenpflegeheim Gertrudenstift ist der erste Schritt in Richtung Mehrgenerationenkonzept.

Was vor mehr als 138 Jahren als Siechenhaus - das Haus der Barmherzigkeit - an der Prinzenstraße in Großenritte entstand, wird in den kommenden drei Jahren ein neues Gesicht bekommen. Aus dem Altenpflegeheim wird ein Mehrgenerationenkonzept erwachsen, was es in dieser Form in Nordhessen noch nicht gibt.

Für die zukünftige Kindertagesstätte „Kleine Maulwürfe“, die auf dem Gelände hinter dem Altenpflegeheim entsteht, geht das Evangelisch-Lutherische Gertrudenstift als Bauherr den nächsten Schritt in Richtung Komplexeinrichtung. Mit dem betreuten Wohnen im Heimverbund sowie einem Wohnpflegeheim für jüngere Pflegebedürftige werden später weitere Schritte folgen.

In der Kindertagesstätte, die in die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche und ihre Diakonie eingebunden werden soll, wird - laut Einrichtungsleiter Martin Mittelbach - der christliche Glaube das Fundament für das gemeinsame Entdecken der Welt bilden. „Wir werden den Kindern mit einer von christlichen Werten geprägten, diakonischen Grundhaltung begegnen“, erklärt er.

Freude über neue Plätze

Mittelbach ist sich sicher, dass durch die christlich-konfessionelle Ausrichtung einer Tageseinrichtung für Kinder das Portfolio der Stadt Baunatal um ein wichtiges Element bereichert wird. „Es ist eine tolle Sache, dass das Projekt generationenübergreifend ist“, findet Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) und freut sich über die zusätzlichen Kindergartenplätze, die aufgrund des intensiven Zuzugs von jungen Familien nach Baunatal dringend benötigt werden.

Das Gestaltungskonzept der zukünftigen Mehrgenerationenanlage sieht vor, alle Gebäude gestalterisch miteinander zu verbinden. Die Kindertagesstätte wird aufgrund des freien Landschaftsraums, der von Wald und Wiesen geprägt ist, als Grundfarbe weiß und mit grünen Akzenten abgesetzt sein. Das Gebäude wird mit einer Fläche von 580 Quadratmetern in den Hang gebaut, sodass es von der Westseite nicht wahrnehmbar ist.

„Der Kindergarten steckt im Erdreich“, erklärt Thomas Meyer vom Architekturbüro KM (Karampour und Meyer). Das Ahnataler Architekturbüro hat das Projekt entworfen und begleitet nun den Neubau.

Neben drei Gruppenräumen, die sich Richtung Osten orientieren, sind in dem Gebäude ein großer Spielflur sowie mehrere pädagogische Räume für die Erzieher geplant. Große Glasfronten sorgen für genügend Lichteinfall und helle Räume. Die Dachflächen können von den Kindern als Spielfläche mitgenutzt werden.

Die Kosten für den Neubau der Kindertagesstätte belaufen sich auf zwei Millionen Euro. Im Herbst 2016 soll das Gebäude fertig sein und die ersten „Kleinen Maulwürfe“ können dann in ihr Domizil einziehen.

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