In Nordhessen entwickelt und produziert

VW-Konzern prämiert Hybrid-Antrieb aus Baunatal 

Sie bauen den Baustein für den Hybridantrieb zusammen: Andrey Blinov (von links), Veysel Kaya und Oliver Zimmer. Insgesamt arbeiten in der E-Motoren-Produktion des VW-Werks Kassel in Baunatal derzeit 240 Frauen und Männer. Fotos: Kühling

Baunatal. Der Volkswagenkonzern setzt stark auf die Elektromobilität. Teil davon ist der Hybridantrieb - die Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor. Und der wurde im VW-Werk Kassel entwickelt.

Viele wissen es nicht: Das System aus zwei Antriebswelten wurde im VW-Werk Kassel in Baunatal entwickelt und wird dort seit 2014 in Serie produziert.

VW-Komponentenvorstand Thomas Schmall hat den Technikbaustein mit der Bezeichnung DQ 400e, der ganz besonders für die Neuausrichtung des Konzerns nach dem Abgasskandal steht, jetzt mit dem VW-Innovationspreis ausgezeichnet.

Der Hybrid befindet sich im Aufwind. Die Baunataler Mannschaft hofft sogar auf einen Boom dieser Technik, natürlich auch als Ausgleich für mögliche Einbrüche in anderen Produktbereichen aufgrund der Abgaskrise. Nach anfänglich 80 Hybrid-Einheiten (Elektromotor mit Getriebe) Ende 2014 verlassen inzwischen immerhin 300 dieser Bausteine täglich den nordhessischen Standort. Eingebaut wird der Antrieb in den Autowerken zusammen mit einem üblichen Verbrennungsmotor in den Golf GTE, den Passat GTE und den Audi A 3 e-tron.

Sie hoffen auf einen Boom der neuen Technik: Meisterin Susanne Schmidt (von vorn), Meister Fatih Yildiz, Corinna Höfer (Alternative Antriebe), Werner Seitz (Abteilungsleiter Alternative Antriebe), Andreas Schmidt (Leiter Entwicklung Hybrid-Module), Karsten Köllner (Montage E-Antriebe) und Christian Albert (DQ 400e).

Bei der Preisverleihung in Salzgitter hob Vorstand Thomas Schmall die Bedeutung der Technologie hervor: „Die Elektromobilität nimmt eine Schlüsselrolle im Wandel der Automobilbranche ein - mit enormen Auswirkungen auf die Komponente“, sagte er. Das ist nicht nur ein großes Lob für das Komponentenwerk in Baunatal, sondern macht Mut für neue Jobs. Derzeit arbeiten im Bereich der Elektromobilität 240 Frauen und Männer.

Kapazitäten für einen höheren Ausstoß von Elektroantrieben sei da, sagen die Verantwortlichen in Baunatal. „Langfristig werden wir hier vergrößern“, so Werner Seitz, Abteilungsleiter Alternative Antriebe. Voraussetzung sei natürlich, dass sich der Markt entsprechend entwickele.

Das Baunataler VW-Werk hat bereits den Zuschlag für ein weiteres Hybrid-Modul erhalten. Ab 2018 soll das Audi-Längsgetriebe DL 382e dort gebaut werden. Für die neue Produktionslinie schaffe man jetzt Platz in der Halle 1 des Werkes, erläuterte Sprecher Heiko Hillwig.

Selbst wenn es auch aufgrund der staatlichen Förderung für Elektroautos von bis zu 5000 Euro zu einer besonderen Nachfrage kommt, dauert es lang, bis neue Produkte serienreif sind. „Grob vier Jahre“, sagt Andreas Schmidt, Leiter Entwicklung für Hybrid-Module. Dieses Tempo, so ergänzt Werner Seitz, sei schon sehr schnell.

Einen zusätzlichen Schub erhofft sich das Werk durch den ebenfalls in der Entwicklung befindlichen Elektrifizierungsbaukasten MEB. Getriebe-Chef Hans Watermeier: „Dafür würden wir gerne den Elektroantrieb bauen.“

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