Neue Sportart auf Rollschuhen - Wettkampf in Baunatal

Roller Derby: Rempeln, aber nach Regeln

+
Schwungvoll auf dem „Track“: Ohne vollen Körpereinsatz, blaue Flecken und eine gewisse Ruppigkeit geht bei den Bashlorettes nichts. Als Jammerin (weißer Helm mit Stern) muss sich Jelly Juggernaut gegen die Wuppertaler Damen durchsetzen, um zu punkten.

Baunatal/Kassel. Hart aber herzlich, so kommen die Kasseler Bashlorettes her, wenn sie auf ihren Rollschuhen über die Bahn im Sportkomplex in Großenritte flitzen. Die jungen Frauen aus Kassel und Umgebung kämpfen in der Drittliga um den Aufstieg.

Auf der Bahn ging es am Samstag gegen Wuppertal United robust und kämpferisch zu: Zwei Mal 30 Minuten wird beim Roller Derby gespielt. Das Spielfeld heißt „Track“ und ist eine oval angelegte Bahn, auf der man entgegen des Uhrzeigersinns entlangfährt. Von jeder Mannschaft sind immer fünf Spielerinnen auf dem Feld. Dabei muss ein Hindernis, bestehend aus einem Pulk von vier „Blockern“ überwunden werden. Jeweils vier davon haben die Aufgabe zu blocken. Die fünfte Spielerin pro Team, die sogenannte „Jammerin“ ist diejenigen, die die Punkte holt. Sie muss versuchen Spielerinnen der gegnerischen Mannschaft zu überholen oder deren Barriere zu durchbrechen. Ganz wichtig ist daher auch die richtige Ausrüstung: Neben den Rollschuhen benötigt man hierfür Knie- und Ellenbogenschoner sowie einen Schutzhelm. Für das Duell gegen die Wuppertaler Gegnerinnen waren die auch nötig.

180-Grad-Drehungen aus vollem Tempo heraus. Single knee (Bremsen auf einem Bein), Tomahawk (Bremsen auf dem Stopper), Four-Point-Fall (Auf Knie und Hände fallen), Transition 360 (Ganzkörperdrehung) – Das sieht man auf dem Spielfeld. Genauso hört man Namen wie Jane Rambo, Femme Frontal und Martha Pfahl, die den Gegnerinnen Angst einflößen sollen. Letztere heißt eigentlich Marie-Christin Spitznagel. Sie ist seit Anfang an dabei und gründete das Team im Jahr 2011: „Auch Erwachsene ohne Rollschuherfahrung können sehr leicht die Technik erlernen.“

Warum haben sich die Spielerinnen für Roller Derby entschieden? „Es ist endlich mal ein Teamsport ohne Ball, kein typischer Mädchenkram. Wir können uns austoben. Wir entsprechen keinem Stereotyp. Wir haben keine Angst vor Körperkontakt“, sagt Sonja Schoppe alias Wendy Wallbanger.

Dass dieser Sport nichts für zartbesaitete Frauen ist, verdeutlicht die Partie gegen Wuppertal. Blaue Flecken, manchmal auch ein blaues Auge gehören einfach bei diesem Kontaktsport dazu. „Hart aber fair“ sei er, so eine Spielerin. Schiedsrichterentscheidungen würden respektiert und angenommen. Insgesamt gibt es sieben Schiedsrichter ebenfalls auf Rollen genauso wie Offizielle, die am Spielfeldrand das Ganze aufmerksam beobachten und ebenfalls alles notieren. Gerempelt wird aber ausschließlich nach Regeln.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.