Dauert 20 Minuten 

Rückruf-Aktion für VW Golf läuft: Kunden werden informiert

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Aufspielen des Updates: Service-Techniker Mario Köhler vom Baunataler Autohaus Bindschus zeigt, wie es geht. Ab heute wird die Software bei einigen VW-Golf-Modellen aktualisiert. 

Kreis Kassel. „Wir haben noch keinen Termin vergeben. Das wird aber jetzt los gehen." Holger Bindschus vom gleichnamigen Autohaus Bindschus in Baunatal rechnet ab sofort mit den ersten Kunden, die auf die Rückrufaktion von VW reagieren.

Seit Dienstag werden nach dem Abgasskandal nämlich offiziell alle Golf-Modelle mit Zwei-Liter-Motor (103 kw) TDI und Blue Motion Technologie sowie Handschaltgetriebe umgerüstet.

Anschluss an den Diagnose-Tester: Per Stecker wird das Fahrzeug an das System angeschlossen.

„Die Kunden werden alle informiert. Das läuft zentral über Volkswagen“, erläutert der Baunataler Firmenchef beispielhaft für alle örtlichen VW-Händler. Seine Werkstatt sei auf die Vergabe der Termine vorbereitet. Bindschus setzt die Zeit für das Aufspielen der neuen Abgas-Software mit etwa 20 Minuten an. „Ab sofort ist die Aktion bei uns frei geschaltet.“

Das Vorgehen für Betroffene bestätigt auch Nicolai Laude, Sprecher der Marke Volkswagen in Wolfsburg. Die Kunden seien mit einem ersten Schreiben grundsätzlich auf die Umrüstaktion aufmerksam gemacht worden, sagt der Sprecher. „Jetzt folgt ein zweites Schreiben, einen Werkstatt-Termin zu vereinbaren.“

Laude und Bindschus raten Kunden ausdrücklich dazu, dieses zweite Schreiben abzuwarten. Die Briefe gingen jetzt nach und nach raus, so Laude. „Es macht keinen Sinn, einen Termin prophylaktisch zu vereinbaren.“ Der VW-Sprecher bittet die Kunden dabei um etwas Geduld. Wenn es noch etwas dauere, entstehe dadurch kein Nachteil.

Erste Erfahrungen mit der Rückrufaktion nach dem Abgasskandal haben die örtlichen Autohäuser bereits mit dem Modell Amarok gesammelt. Der Pick-Up von Volkswagen war das erste Modell das in die Werkstätten zurückbeordert wurde. „Da hatten wir nur drei Termine“, erläutert Holger Bindschus. Mit dem ersten Golf-Modell dürfte die Frequenz in den Autowerkstätten jetzt deutlich ansteigen.

Hintergrund

Herr der gesamten Rückrufaktion ist laut VW-Sprecher Nicolai Laude das Kraftfahrt Bundesamt (KBA). Schließlich verfügt nur die Behörde über die aktuellen Halter-Daten zu den betroffenen Fahrzeugen.

Das KBA übermittele die Daten dann an einen externen Dienstleister, berichtet Laude weiter. Dieser schreibe schließlich die Kunden an.

Die Freigabe für das Umrüsten eines Modelles geschieht grundsätzlich erst nach Freigabe durch das Bundesamt.

Es müsse ja gewährleistet sein, so Laude, dass sich durch die Aktion nicht etwa die Motorleistung oder der Verbrauch des Fahrzeuges ändere. 

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