Schließtage: Arbeit im Baunataler VW-Werk ruhte

Zahlreiche Gabelstapler im Einsatz: Im sogenannten Cross-Dock kommt das Material für die Produktion im VW-Werk an. Während der Schließtage ging es an diesem Knotenpunkt sicher deutlich ruhiger zu. Archivfoto: Kühling

Baunatal. Zusammen sieben Tage vor und nach Weihnachten lief die Arbeit im VW-Werk Kassel in Baunatal nur auf Sparflamme.

Ein Großteil der rund 17.000 Beschäftigten wurde als Folge des Abgasskandals in Zwangsurlaub geschickt. Ziel: Kosten senken am zweitgrößten deutschen Standort von Volkswagen.

Erst seit Montag sei das Werk wieder im Normalbetrieb, erläutert Werksprecher Heiko Hillwig auf Anfrage. Zuvor seien nahezu alle Bereiche runtergefahren gewesen. „Wir hatten eine kollektive Schließung. Wir hatten wirklich zu“, betont Hillwig.

Drei Tage vor Weihnachten waren lediglich 2000 Mitarbeiter an Bord. In der Regel sind an einem normalen Arbeitstag 12.000 Beschäftigte im Einsatz. Betroffen von den Schließtagen war zu dieser Zeit auch der Vertrieb Originalteile (VO) im benachbarten Original-Teile-Center (OTC). Dort arbeiten normalerweise 2500 Frauen und Männer. Etwa die Hälfte der Belegschaft hatte dort frei.

Im Werk selbst - vom Getriebebau über die Abgasanlagenfertigung bis zur Gießerei - standen die Maschinen bis zum 4. Januar still. „Dort gab es keinen Bereich, der ausgenommen war“, erläutert der Werksprecher. Allerdings habe man die Zeit für Instandhaltung genutzt. Und natürlich seien die Mitarbeiter der Werksicherheit, der Feuerwehr, der Sanitätsstellen und der Gastronomie im Dienst gewesen.

Bereits Ende Oktober hatte es im Baunataler Werk einen Schließtag gegeben. Dieser war zwar schon vor der großen Abgaskrise für einige Bereiche festgelegt worden, er wurde dann aber zur Kostensenkung auf weitere Abteilungen ausgeweitet.

Und drohen aufgrund einer Absatzkrise für 2016 zusätzliche Schließtage? „Nein“, sagt Sprecher Heiko Hillwig, „es ist kein weiterer geplant.“

Ausgeglichen wurden die bisherigen Schließtage über die Freizeitkonten der Mitarbeiter und durch Urlaubstage. Betriebsratschef Carsten Bätzold verwies in der Vergangenheit mehrfach darauf, dass es sich bei den Aktionen keinesfalls um Kurzarbeit handele. Es sei ein ganz normaler Ausgleich von Überstunden.

Hintergrund

Gespart wird durch die sieben Schließtage auch im Bereich Energie: nach Angaben von VW rund 800.000 Euro Elektroenergie und 50.000 Euro Heizungsenergie. 

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