Dieter Heinze schließt Geschäft zum Jahresende

Lederwarengeschäft in Baunatal schließt nach 38 Jahren

Kein Geschäft ist länger am Marktplatz ansässig: Vor 38 Jahren eröffneten Inge und Dieter Heinze ihr Lederwarengeschäft – hier ein Foto aus den frühen 80er-Jahren. Repro: De Filippo

Baunatal. Mit Dieter Heinze geht eine feste Größe des Baunataler Einzelhandels. Zum Jahresende wird er sein Lederwarengeschäft schließen und eine erhebliche Lücke hinterlassen.

Als Inge Heinze, die Ehefrau des Einzelhändlers, vor 38 Jahren ein kleines Ledergeschäft an der Friedrich-Ebert-Allee eröffnete, gab es nur wenige Läden in der Baunataler Innenstadt. „Das Rathaus war noch nicht gebaut“, erinnert sich Dieter Heinze. Mitte der 80er-Jahre zog das mittlerweile etablierte Geschäft direkt an den Marktplatz, wo auf 120 Quadratmetern Verkaufsfläche Taschen, Schul- und Reiseartikel, später auch Schuhe angeboten wurden.

Fachgeschäft für Taschen, Reisebedarf und Schuhe: Zum Jahresende schließt Dieter Heinze seinen Laden am Baunataler Marktplatz. Foto: De Filippo

Inzwischen hatte Dieter Heinze die Geschäfte übernommen, denn seine Frau führte eine eigene Wäschefiliale. Unterstützung erhielt Heinze von seinem Sohn Falk, der im elterlichen Geschäft arbeitete und inzwischen mit Quick-Schuh und Tamaris eigene Läden betreibt.

Dieser Tage feiert Dieter Heinze seinen 72. Geburtstag. Doch das Alter sei nicht der Anlass, warum er sein Geschäft aufgebe: „Es hat überwiegend wirtschaftliche Gründe“, sagt er. Miete und Nebenkosten seien in den vergangenen Jahren stark gestiegen, der Umsatz aber durch den Onlinehandel eingebrochen. Auch die zahlreichen Baustellen - unter anderem wegen des langwierigen Rathausumbaus - hätten Kunden abgeschreckt.

Nach dem Auszug von Leder Heinze wird das Ladenlokal am Marktplatz wohl erst einmal leer stehen. Es habe bereits Interessenten für die Räumlichkeiten gegeben, doch niemand sei bereit, die enorme Miete zu zahlen, sagt Dieter Heinze. Und genau darin sieht er ein großes Problem für die Baunataler Innenstadt: „Der Mietspiegel ist viel zu hoch für eine solche Stadt.“ Sinnvoll wäre es, die Preise an die Kunden-Frequentierung anzupassen. Bislang stehe das in keinem Verhältnis.

Abschiedsschmerz

Ein wenig Abschiedsschmerz verspürt Dieter Heinze schon, wenn er an seinen Ruhestand denkt: „Ich werde meinen Tagesrhythmus vermissen“, sagt er. Allerdings freue er sich auf lange Spaziergänge und ausgedehnte Golfpartien.

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