Selbstbewusst an der Stange

Erstes Pole-Fitness-Studio der Region hat in Baunatal geöffnet

Es sieht so einfach aus: Trainerin Indra Windhof (von vorne), Jenny, Marie und Sabine präsentieren die neue Trendsportart Pole Dance. Windhof hat zuvor beim KSV baunatal als Fitnesscoach gearbeitet. Foto: Kühling

Baunatal. Mit einem leichtem Zug aus den gestreckten Armen heraus zieht sich Indra Windhof an der Stange hoch.

Spielerisch und einfach sieht das aus, wie sie dann im so genannten Pole Sit ohne Einsatz der Arme in etwa 1,50 Metern Höhe an der Stange verweilt.

Gehalten wird die 31-Jährige lediglich durch ihre Muskelkraft, durch Körperspannung und ihren Willen. Windhof hat unter dem Namen „Pole 2 Dance“ das erste Pole-Fitness-Studio in der Region eröffnet.

„Ich bin Sportlerin“, sagt die Leiterin des Studios. Und damit erteilt sie den immer wieder bemühten Gedankenspielen von Stangen-Tanz in Nachtclubs und Pole-Dance als Sportart gleich eine Absage. Und wer der 31-Jährigen und ihren Kursteilnehmerinnen zuschaut, der ordnet die neue Trendsportart Pole Dance schnell anderen Fitnessbewegungen wie Aerobic, Tae Bo oder Yoga zu. Weil viel Technik und Muskelkraft die Dinge sind, um die sich das Training dreht.

Indra Windhof hat zuvor zehn Jahre als Fitness- und Tanztrainerin für den KSV Baunatal gearbeitet. Ihre Spezialität war Hip-Hop-Tanz. Ein Pole-Dance-Workshop vor zweieinhalb Jahren in Amerika habe sie auf die Idee gebracht, ein eigenes Studio in Baunatal zu gründen, berichtet sie. Seit vergangenem Samstag sind die Räume am Marktplatz 15 offiziell eröffnet.

Die 31-jährige Jenny kommt dreimal pro Woche zum Training. „Ich brauche kein anderes Fitness-Studio mehr“, sagt sie. Der Bereich Kraft werde komplett durch Pole-Dance abgedeckt. Lediglich für eine gewisse Grundausdauer gehe sie zusätzlich laufen. Auch Sabine (39) und Marie (27), die an diesem Tag im Studio trainieren, sind von dem neuen Angebot begeistert und versehen die Sportart mit einem absoluten Suchtfaktor.

„Die Erfolge stellen sich relativ schnell ein“, sagt Windhof. „Am Anfang gibt es zwar schonmal einen blauen Fleck. Und manchmal tut es auch ein bisschen weh“, sagt sie. Aber schon nach zwei, drei Monaten begännen die Teilnehmerinnen beispielsweise über Kopf zu arbeiten. Das heißt, sie hängen mit dem Kopf nach unten an der Stange, klemmen sich fest mit Hand, Arm- oder Kniebeuge und üben an Figuren wie „Rainbow“, „Bird“ und „Cocoon“. „Ich bin seit August dabei“, verrät Marie während sie im Pole Sit quasi an der Stange haftet. „Der ist basic. Das tut auch nicht mehr weh“, sagt sie und wirkt fast entspannt dabei. Und Sabine, die extra aus Göttingen zu jedem Training nach Baunatal kommt, bestätigt: „Der Schmerz wird weniger. Das Gewebe gewöhnt sich daran.“

Am Anfang sei alles schon ungewohnt gewesen. „Wir haben viel gelacht“, gibt Jenny zu. Auch die Kleidung sei noch lang gewesen - für Pole Dance ungeeignet, weil die Haut dann nicht an der Stange haften kann, man rutscht ab.

Das Training stärke das Selbstbewusstesein, betonen die Frauen. Es ist ein ästhetischer Tanz, so beschreibt es Indra Windhof. „Und es geht natürlich auch darum, dass die Frauen einfach schön aussehen dürfen.“

Hintergrund: Poledance

Als sportliche Betätigung erfordert Poledance den Erwerb von gewissen Kenntnissen und Fertigkeiten, um diese sicher und ästhetisch ausüben zu können. So heißt es im Internet-Lexikon Wikipedia. Generell werde vor allem der Oberkörper und der Beckenbereich dadurch gestärkt.

Einem breiten Fernsehpublikum wurde die neue Trendsportart unter anderem in der Tanz-Casting-Show „Got to dance“ auf Pro Sieben präsentiert.

Das Studio „Pole 2 Dance“ Vertical Fitness & Dance Center in Baunatal befindet sich im Untergeschoss des Hauses Marktplatz 15. Angeboten werden Kurse für Einsteiger und Fortgeschrittene. Bisher gibt es ausschließlich Kurse für Frauen. Die Kosten reichen von 55 Euro im Monat (ein Kursbesuch pro Woche) bis 75 Euro (Kurs plus freies Training, plus Ergänzungskurse).

Infos: 0561/9 79 41 51 oder 0151/65688610.

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