Schaub: Werden kämpfen

Stadt Baunatal nicht mit Ausgliederung des VW-Werks einverstanden

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Im Gespräch: Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub (links) tauschte sich vor der Betriebsversammlung mit Werkleiter Thorsten Jablonski aus.

Baunatal. Die Stadt Baunatal ist nicht mit der geplanten Ausgliederung der VW-Komponentenwerke in ein eigenes Unternehmen einverstanden.

Das machte Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) am Rande der Betriebsversammlung am Dienstag deutlich.

„Die Ausgliederung ist nicht das, was wir wollen“, sagte Schaub im Gespräch mit der HNA. Die Stadt Baunatal werde dagegen kämpfen. VW-Vorstandschef Matthias Müller hatte am vergangenen Donnerstag in Wolfsburg angekündigt, dass die Teile bauenden Werke, zu denen auch der Standort Baunatal zählt, künftig in einem eigenen Betrieb unter dem Dach des VW-Konzerns zusammengefasst werden sollen.

Viele der rund 6000 Teilnehmer der Betriebsversammlung gestern erhofften sich deshalb Antworten des Betriebsrates auf die Ankündigung Müllers.

Standen der Presse Rede und Antwort: Betriebsratschef Carsten Bätzold (links) und Personalchef Dr. Michael Ritter.

Einige Mitarbeiter berichteten am Rande der Versammlung in Baunatal, dass die Atmosphäre im Werk wegen der Pläne des Konzerns imRahmen der Zukunftsstrategie 2025 nicht die beste sei. „Wir nehmen an, dass die Stimmung heute nicht so berauschend ist“, sagte beispielsweise Jürgen Löhmer beim Betreten der Halle 2. Viel ändern könne der einfache Mitarbeiter an der Sache wohl nicht. „Wir sind sowieso nur die Kleinen“, sagte Löhmer.

Gedanken machen sich die Beschäftigten bei Nordhessens größtem Arbeitgeber um mögliche Einbußen im Falle einer Ausgliederung der Fabrik. Das Erste, woran man denke, sei die Frage, ob das neu gegründet Unternehmen der Komponentenwerke im VW-Haustarif verbleibe, sagte Wolfgang Koch. Und Kollege Christian Erens fühlt sich in die Zeit von vor zehn Jahren zurückversetzt, als Markenvorstand Wolfgang Bernhard das Baunataler Werk in verschiedene Unternehmensbereiche aufgliedern und teilweise an Fremdfirmen verkaufen wollte. Die jetzt geplante Ausgliederung erinnere an die Zeit Bernhards, sagte Erens.

In der Halle waren weitere kritische Töne zu dem Vorhaben zu hören. Eine Mitarbeiterin äußerte beispielsweise, dass sie nicht glaube, dass die Verantwortlichen jetzt schon alles zu der Zukunft der Komponentenwerke sagen. „Ich denke schon, dass die jetzt bereits mehr wissen“, sagte sie.

Übrigens: Gegen Ende der Betriebsversammlung war ein Gespräch von Journalisten mit Mitarbeitern des Werkes nicht mehr möglich. Zu der in einem anderen Gebäude angesetzten Pressekonferenz wurden die Vertreter der Medien unter Begleitung von zwei Männern des Werkschutzes bis in den Saal der Pressekonferenz gebracht. Ein Kontakt mit Teilnehmern der Versammlung war nicht erwünscht. So wurde zum ersten Mal verfahren.

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