Tüftler bastelt bis zu 300 stunden an einem Umbau

Steam-Punk aus Baunatal: Aus Schrott wird Unikat

Verschiedene Gegenstände: Mit Nieten und Zahnrädern wurden Alltagsgegenstände wie Feuerzeuge, Kugelschreiber und Uhren dekoriert.

Baunatal. Als die HNA de Steampunk-Gruppe "De Schnidder" vorstellte, las das auch Claus-Peter Stoffels. Der Rengershäuser hat ein besonderes Hobby, schrieb er der HNA daraufhin.

Stoffels ist leidenschaftlicher Tüftler und baut aufwändige Alltagsgegenstände in Steampunk-Optik. Bis zu 300 Stunden investiert er pro Umbau. „Alles, was ich baue, ist aus Schrott“, sagt er. Über die Internetplattform Ebay kauft sich der 50-Jährige alles, was er braucht: Ausrangierte Vogelkäfige, kaputte Toaster aus den 20er-Jahren, museumsreife Staubsauger und nicht mehr funktionierende Tischuhren. In einem zur Werkstatt umgebauten Zimmer in seiner Wohnung geht er dann ans Werk.

So entstand aus dem alten Toaster eine Lampe im Art-deco-Stil, verziert mit Nieten und Rohren. Diese führen von einer kleinen Dampfmaschine – die zwar nicht funktioniert, aber leuchtet, als würde sie von Kohlen angetrieben – um den Toaster herum. „Die Rohre habe ich von Hand gebogen“, sagt Stoffels. Im Innern des alten Geräts sind drei Glühbirnen angebracht. Dreht man am Schornstein der Dampfmaschine, gehen die Lichter an. Etwa 300 Stunden hat Stoffels an der ausgefallenen Lampe gearbeitet.

Getüftelt habe er schon immer gern, sagt Claus-Peter Stoffels. Mittlerweile arbeitet er seit 25 Jahren im VW-Werk in Baunatal, hat dort Werkzeugmacher gelernt. Jetzt kümmert er sich im Werk um die Messmittel, prüft, kalibriert und repariert sie auch. Diese Fähigkeiten kann er in der heimischen Werkstatt gut gebrauchen. Unzählige Werkzeuge sind, neben Hunderten Kartons und Kisten, an den Wänden des Zimmers aufgereiht. „Man braucht unglaublich viel Werkzeug und Zubehör dafür“, sagt Stoffels. Die Ideen für seine Projekte holt er sich aus Filmen wie „Wild Wild West“ oder „Die Zeitmaschine“, oder auch aus dem Internet. „Alle Teile sind Unikate. Nachbauen kann man sie nicht.“

In der Werkstatt entstehen Dinge, die man im Alltag nutzen kann. Neben zahlreichen Lampen sind bereits Kugelschreiber, Zigarettenetuis, Feuerzeuge und Krawattennadeln entstanden. Einen besonderen Blickfang trägt Claus-Peter Stoffels am Arm: Käpt’n Nemo-Uhr hat er die Eigenkonstruktion getauft. 450 Gramm schwer ist die Uhr, die aus Nieten und Zahnrädern besteht.

Auch seinen VW Fox hat Claus-Peter Stoffels in Steampunk-Optik gestaltet. Matt-schwarz foliert hat er seinen Wagen und mit von Hand ausgeschnittenen Zahnrädern und Nieten dekoriert.

Über 200 Projekte würden jetzt darauf warten, „gepunkt zu werden“, wie er sagt. Derzeit macht er das alles noch für sich selbst, irgendwann will er die Teile jedoch auch verkaufen. Denn: „Das Basteln macht viel mehr Spaß als das Hinstellen.“

• Kontakt: Claus-Peter Stoffels sucht andere Steampunk-Tüftler aus der Region, die sich mit ihm austauschen möchten. Wer Interesse hat, kontaktiert ihn per Mail an pitti100@gmx.de

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