Alles begann vor über einem Jahr

Streit wegen Suche nach Gewerbegrundstück in Großenritte

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Umzug mit Hürden: Ulrich Greifenberg (rechts), der sein Geschäft mit Sohn Christian (links) führt, vor dem jetzigen Laden in Elgershausen. Greifenbergs wollen durchsetzen, dass sie auch Baunatal Trikots und Bälle verkaufen können.

Schauenburg/Baunatal. Die Suche der Firma Teamsport Greifenberg nach einem größeren Gewerbestandort in Großenritte führt zu Ärger mit den Bürgermeistern von Baunatal und Schauenburg.

Der Schauenburger Sportartikelhändler Greifenberg ist weltweit im Geschäft mit der Ausrüstung von Fußballteams. „Das Geschäft boomt. Wir platzen aus allen Nähten“, sagt Inhaber Ulrich Greifenberg. Er sei inzwischen der größte Gewerbesteuerzahler von Schauenburg, genaue Umsatzzahlen will er nicht nennen.

Doch die Suche Greifenbergs nach einem größeren Gewerbestandort ist in einen Streit mit Schauenburgs Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU) und deren Baunataler Amtskollege Manfred Schaub (SPD) gemündet. Nun sieht es so aus, dass die Umzugspläne Greifenbergs vor Gericht diskutiert werden könnten. Denn die Kommunalpolitiker sind aus Sicht des Sportartikelhändlers schuld daran, dass er weder in Schauenburg noch in Baunatal ein nach seinen Vorstellungen nutzbares Grundstück findet. Schaub und Gimmler weisen das zurück.

Das Drama begann vor über einem Jahr. Da fragte Greifenberg bei Gimmler nach einem größeren Gewerbegrundstück. Wie viele Grundstücke die Gemeinde daraufhin anbot und wie geeignet die Objekte waren, darüber streiten die Beteiligten. Ein Grundstück im Hilschen habe er abgelehnt, weil er neben dem Quadratmeterpreis von 46 Euro eine Wasserleitung auf eigene Kosten hätte legen müssen, sagt Greifenberg. Das Grundstück habe eine „Anschlussproblematik“ gehabt, räumt Gimmler ein.

Geplanter Firmensitz: In der „Huhnsecke“ in Großenritte wollen die Greifenbergs auf diesem großen Grundstück (Mitte) bauen.

Schließlich wurde Greifenberg im Spätsommer 2015 im neuen Mischgebiet „Huhnsecke“ am Großenritter Gewerbegebiet fündig. Er habe Bürgermeister Manfred Schaub seine Pläne präsentiert und dieser habe sich begeistert über die Umzugspläne gezeigt. Mit den Gewerbesteuerzahlungen könne er eine Kindergartenstelle bestreiten, habe der Verwaltungschef geschwärmt, berichtet der Sportartikelhändler. Doch Greifenbergs Freude währte nicht lange. Auf seine Bauvoranfrage erhielt er von der Genehmigungsbehörde, dem Landkreis, zwar eine Zusage. Diese war aber mit dem Hinweis versehen, er dürfte nach der „Baunataler Sortimentsliste“ vor Ort zwar Sportartikel präsentieren, aber nicht verkaufen. Greifenberg will das nicht akzeptieren. Er habe Widerspruch gegen den Bescheid eingelegt.

Der Sportartikelhändler und sein Sohn Christian sagen: „Wir fühlen uns von der Politik im Stich gelassen.“ Schaub habe ihnen falsche Hoffnungen gemacht. Der Bürgermeister weist das zurück „Ich habe Herrn Greifenberg von Anfang an gesagt, er könne dort nichts verkaufen.“ Er habe sich zwar über das Interesse gefreut aber nicht „begeistert“ gezeigt. Beim Kreis habe Greifenberg dann nur einen Showroom, aber keinen Ladenverkauf beantragt. Das sei unwahr, sagt der Händler. Greifenberg versteht das Ladenverkaufsverbot nicht. Bis zu 98 Prozent seiner Geschäfte wickele er über das Internet ab, was ja auch nach Lesart des Rathauses zulässig sei.

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