Vorsicht bei Internet-Fallen

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Unterricht mit Handy: In einem besonderen Projekt analysieren Schüler der Theodor-Heuss-Schule Baunatal mit Schulsozialarbeiter Achim Föth Gefahren im Internet. Das Foto zeigt von links: Keren (16), Hawal (15), Achim Föth, Jayla (15) und Bende (16).

Baunatal. Sie glauben, im weltweiten Netz Zuhause zu sein. Ahnen vielfach nicht im entferntesten, welche Gefahren Whats APP, Facebook, You Tube und Co. bergen.

Für Schulsozialarbeiter Achim Föth von der Baunataler Theodor-Heuss-Schule (THS) ein Grund, Jugendliche vor negativen Folgen der immer intensiveren Internetnutzung besonders zu schützen.

Wobei die Gesamtschule in Sachen Medienkompetenz ohnehin eine führende Stellung im Landkreis Kassel einnimmt. Ein Beispiel dafür ist das seit mittlerweile zwei Jahren im Unterricht verankerte Fach Methoden und Medien (MuM). An dieser Stelle ist es Föth gelungen, Klassenlehrer in die präventive Arbeit einzubinden und damit der Sozialarbeit an der Gesamtschule ein noch stabileres Fundament zu geben.

Bende und Keren (beide 16) haben den Nutzen des neuen Schulfachs bereits erfahren. „Man kann ja nicht alles wissen, was sich hinter den Apps verbirgt, und da sind zusätzliche Informationen wichtig“, sagt Bende. Keren ist vor allem erstaunt darüber, welche rechtlichen Vorschriften bei der Bildnutzung und Bildweitergabe im Internet beachtet werden müssen. „Das habe ich auch im Freundeskreis weitererzählt. Das wusste da ebenfalls keiner.“

Nicht weniger Beachtung schenken Föth und Thomas Gudella vom Jugendbildungswerk Baunatal, das gleichfalls in die Schulsozialarbeit eingebunden ist, den täglichen Sorgen und Nöten von Schülern, die beispielsweise üblen Beschimpfungen und Beleidigungen über Whats App oder Facebook ausgesetzt sind.

Selbstbewusstsein stärken

Dies, so ist Föth überzeugt, wird sich nicht gänzlich verhindern lassen. Die Aufgabe der Schulsozialarbeit kann daher nur sein, Kindern und Jugendlichen in dieser verzweifelten Lage beizustehen und ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Eine weitere Möglichkeit sei, so sagt Föth, bei derartigen Vorkommnissen einen Klassenrat zu bilden, um die herrschenden Probleme im Forum zu lösen.

Keine Ausnahme machen die THS-Schüler, was das immer frühere Einstiegsalter von Jungen und Mädchen in die Handy-Nutzung betrifft. Habe das Handy vor Jahren die siebten oder achten Klassen erobert, kämen die Mädchen und Jungen mittlerweile von der Grundschule und packten ihre Smartphones aus, beobachtet Föth.

Das Thema verantwortungsvoller Umgang mit dem Internet wird nach Ansicht des Sozialarbeiters von daher auf Jahre ein wichtiges Thema bleiben. Zumal viele Eltern nicht mit gutem Beispiel vorangingen.

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