VW-Auszubildende: Wir sind hier ein Top-Team

Fühlen sich wohl bei VW: Jennifer Filbert (links) und Natalie Czyganowsky. Beide wollen sich nach der Lehre an der Volkswagen Akademie in verschiedenen Bereichen fortbilden. Foto: Kühling

Baunatal. „Ich hätte nicht gedacht, dass es mir so viel Spaß machen würde, an Maschinen zu arbeiten", sagt Jennifer Filbert. Vor 100 Tagen hat die 16-Jährige aus Kassel-Waldau eine Ausbildung zur Zerspanungsmechanikerin im VW-Werk Kassel in Baunatal begonnen.

„Ich erwarte Berufserfahrung. Und dass ich auch mal Hilfe bekomme und gut geleitet werde.“ Das hatte sie am Tag des Berufsstarts unter anderem im Gespräch mit der HNA gesagt. Jetzt zieht Jennifer Filbert Bilanz nach ihren ersten Schritten in einem ehemals typischen Männerberuf.

Ganz hoch bewertet die 16-Jährige den Zusammenhalt des Jahrgangs. „Wir sind eine echt harmonische Gruppe“, sagt sie. Jeder helfe dem anderen. Auch privat unternehme man einiges zusammen - „und das von der ersten Woche an“. „Wir sind hier ein Top-Team.“

Auch die fachliche Arbeit im VW-Werk bekommt von der jungen Frau eine positive Bewertung. „Es läuft gut“, sagt sie bestimmt. In den ersten Wochen sei es um Grundlagen gegangen wie zum Beispiel das Feilen. Jetzt arbeite die Gruppe bereits beim Fräsen und Drehen mit Maschinen.

Ab Januar geht Jennifer Filbert zum ersten Mal mit in die Produktion. Sie werde in der VW-Aggregateaufbereitung an der Lilienthalstraße in Kassel eingesetzt. „Ich bin schon aufgeregt. Man will schließlich sehen, was im Betrieb abgeht.“ Der Jahrgang von Jennifer Filbert ist sowieso ein ganz besonderer. Erstmalig fingen an der Volkswagen Akademie in Baunatal mehr Frauen als Männer eine Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker an. Neun von 16 neuen Azubis in diesem Zweig sind weiblich.

Noch nicht so viele Frauen gibt es etwa bei den Elektronikern für Automatisierungstechnik. Sieben Frauen stehen dort 22 männlichen Azubis gegenüber. „Ich habe den Beruf gewählt, weil er sehr viel mit logischem Denken zu tun hat“, sagt die 17-jährige Natalie Czyganowsky aus Altmorschen. Befasst war sie unter anderem mit Schaltplänen für pneumatische Anlagen. Jetzt werden diese Erfahrungen auf die Elektronik übertragen.

„Es ist schon was anderes als Schule“, sagt Czyganowsky. „Man kommt erst um 16 Uhr nach Hause. Allerdings hat man dann keine Hausaufgaben mehr zu erledigen.“

Czyganowsky und Filbert blicken bereits jetzt über ihre Lehrzeit hinaus. Beide wollen sich danach weiterbilden. „Ich will zunächst mein Fachabitur neben der Ausbildung machen“, sagt sie. Das sei bei VW möglich.

Jennifer Filbert zieht es ins Ausland - das biete das VW-Programm Wanderjahre. „Ich bin ein USA-Fan“, sagt sie. „Aber auch jedes andere Land ist mir recht.“

 

Hintergrund

Das sind die Berufe 

Das sind die Berufe, für die es eine Ausbildung in der Volkswagen Akademie im VW-Werk Kassel in Baunatal gibt:

Kaufmann für Büromanagement, Elektroniker für Automatisierungstechnik, Fachkraft für Lagerlogistik, Gießereimechaniker Fachrichtung Druck- oder Kokillenguss, Industriemechaniker, Mechatroniker, Werkzeugmechaniker und Zerspanungsmechaniker. Ab 2016 gibt es erstmalig eine Ausbildung zum Feuerwehrmann. (sok)

Bewerbungen sind möglich für den Ausbildungsstart 2017 unter: www.volkswagen-karriere.de

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