VW-Betriebsratschef verweist auf Versammlung am 8. Dezember

Leiharbeiter-Jobs bei VW in Baunatal auf der Kippe

Baunatal. Sind bei VW in Baunatal Stellen von Leiharbeitern gefährdet? Antworten auf diese Frage soll es bei der nächsten Betriebsversammlung im VW-Werk Kassel in Baunatal geben.

Diese soll am Dienstag, 8. Dezember, stattfinden. Die Zukunft der rund 1000 Beschäftigten mit befristeten Verträgen sei Thema in der Versammlung, sagte Betriebsratschef Carsten Bätzold im Gespräch mit der HNA. „Es wird auch bei uns um die Leiharbeiter gehen. Das wird eine sehr interessante Versammlung.“

Grund für mögliche Sparschritte sind Absatzrückgänge bei Volkswagen im Inland und in den USA aufgrund des Abgasskandals. Insgesamt verdichten sich die Vermutungen, dass der Konzern zuerst im Bereich der Leiharbeiter sparen wird. Nach Medienberichten laufen im Nutzfahrzeugwerk von VW in Hannover 300 Stellen Ende Januar aus. Damit falle jede dritte Zeitarbeitsstelle an diesem Standort weg.

Noch vor dem Abgasskandal im Sommer wurden im Baunataler Werk 120 Leiharbeiter auf feste Stellen übernommen, 220 Verträge von Leiharbeitern wurden verlängert. 1000 Frauen und Männer sind derzeit noch bei der Zeitarbeitsfirma Autovision beschäftigt.

Seit dem Bekanntwerden von Manipulationen an Abgasanlagen für zahlreiche Modelle des VW-Konzerns sind die Leiharbeiter stark verunsichert. Viele hatten gehofft, im kommenden Jahr eine feste Stelle bei Volkswagen zu bekommen. In der Regel ergab sich auch nach 36 Monaten Tätigkeit die Chance zur Übernahme.

Eine überaus gute Auftragslage an dem nordhessischen Standort gab diese Hoffnung auch her. 2014 überschritt das Werk beispielsweise die Rekordmarke von vier Millionen produzierten Getrieben in einem Jahr.

Versammlung in Wolfsburg

Am Mittwoch fand am VW-Stammsitz in Wolfsburg eine Betriebsversammlung statt. Vor rund 20.000 Beschäftigten des VW-Konzerns in Wolfsburg hatten Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh und Aufsichtsratsmitglied Wolfgang Porsche gesprochen. Im Mittelpunkt der Stellungnahmen zum Abgasskandal bei VW stand die Demonstration von Einigkeit zwischen Arbeitgeberseite und Arbeitnehmerschaft.

Grundsätzlich sieht sich Carsten Bätzold auch auf dieser Linie. „Das kann keine Seite allein“, sagte er gestern. Mehr zu diesem Punkt werde er auf der Versammlung am Dienstag sagen, kündigte der Betriebsratschef an.

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