Weltweit wurden 7,2 Mio. Würste ausgegeben

Die VW-Currywurst ist Kult: 96.000 Mal in Baunatal verkauft

Baunatal. „Ja, alle ein bis zwei Wochen ist die Currywurst dabei", sagt Nathalie Beckmann über ihren Speiseplan. Die Auszubildende für Büromanagement im VW-Werk Kassel in Baunatal schwört auf das Angebot an der Wurststation im Betriebsrestaurant.

„Die Currywurst ist besonders lecker mit dem hauseigenen Ketchup“, betont die 21-Jährige. Täglich ab 9 Uhr wird die Wurst (mit Pommes für 2,51 Euro) den 17 000 Mitarbeitern im Werk und im Original-Teile-Center (OTC) an insgesamt 13 Ausgabestellen angeboten.

So wie Nathalie Beckmann geht es vielen. 7,2 Millionen Würste hat Volkswagen im vergangenen Jahr verkauft. Die Wurst aus der eigenen Fleischerei auf dem Wolfsburger Werksgelände ist Kult. Deshalb widmet das Auto-Museum Volkswagen in Wolfsburg der VW-Currywurst, die es seit 1973 in der Betriebsgastronomie gibt, jetzt eine Sonderausstellung (siehe Hintergrund).

Ebenfalls ein eigenes Produkt: Der Volkswagen Gewürz-Ketchup.

„Am Standort Baunatal wurden 2015 allein 96 000 Currywürste ausgegeben“, sagt Erwin Nehm, Leiter der Gastronomie in Baunatal. Angeboten werde das Produkt als vegetarische Variante und klassisch als Wurst vom Schwein. Dabei handele es sich um eine norddeutsche Currywurst, die eher an eine feinere Bockwurst erinnert. Die Rezeptur der Gewürze sei streng geheim, sagt Nehm. „Genauso das Rezept für den Ketchup.“ Lediglich in die USA und nach China liefere man von Wolfsburg aus die reine Rezeptur, erläutert der 59-Jährige. Nach Angaben von VW gibt es dort lizenzierte deutsche Fleischereien, die die Wurst selbst produzieren. Das Produkt selbst darf nicht eingeführt werden. Alle anderen Würste kommen aus den Händen der insgesamt 33 Mitarbeiter in der Zentralküche in Wolfsburg.

Der Erfolgsweg der VW-Currywurst ist steil. Zum Vergleich: 2006 wurden erst 1,7 Millionen Würste verkauft. Heute sind es über sieben Millionen.

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VW-Mitarbeiter können die Wurst nicht nur in den Kantinen genießen. Es gibt sie auch abgepackt in Fünfer-oder Zehner-Päckchen direkt in den Kantinen. „Die kann man zu Hause braten oder grillen“, sagt Nehm. Außerdem gibt es die VW-Spezialität inzwischen im Einzelhandel, exklusiv über die Handelskette Edeka.

Die VW-Currywurst ist über die Standorte des Autokonzerns in vielen Ländern Europas verbreitet. „Ich war über Silvester in Zagreb“, berichtet Erwin Nehm. Auf einem großen Platz in der Innenstadt gab es einen Stand mit der Aufschrift „Original Volkswagen Currywurst“.

Die VW-Currywurst

Die VW-Currywurst ist ein „Volkswagen Originalteil“. So steht es auch auf dem Kunstdarm aufgedruckt. Der Herstellungsprozess reicht über das Kuttern und das Verpressen in den Kunstdarm (der wird vor dem Braten entfernt) bis hin zum Verpacken.

Bis zum 29. Mai läuft bei der Stiftung Automuseum Volkswagen in Wolfsburg eine Sonderausstellung zur VW-Currywurst. Das Museum befindet sich an der Dieselstraße 35. Infos: 0 53 61/5 20 71, Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr geöffnet. 

Rubriklistenbild: © Kühling

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