Betriebsrat: Kein Hinweis, dass Baunataler Werk betroffen ist

Volkswagen-Konzern baut Leiharbeiter-Jobs ab

Kassel. Volkswagen reagiert mit weiterem Abbau von Leiharbeitsplätzen auf Gewinneinbrüche als Folge des Abgasskandals. Das wurde bei der Jahrespressekonferenz von VW am Donnerstag in Wolfsburg deutlich.

„Wir fahren auch den Anteil an Leiharbeitern an einigen Standorten zurück“, sagte VW-Markenvorstand Herbert Diess. Welche Fabriken und wieviel Zeitarbeitsplätze betroffen sind, sagte Diess nicht.

Diese Aussage dürfte auch im VW-Werk Kassel in Baunatal auf großes Interesse stoßen. Immerhin gibt es an dem nordhessischen Standort bei 15.800 fest angestellten Mitarbeitern zusätzlich 950 Leiharbeiter. Anfang der Woche hatte sich die Diskussion, die offensichtlich derzeit zwischen Vorstand und Betriebsrat kocht, bereits angedeutet. Baunatals VW-Betriebsratschef Carsten Bätzold sagte im Gespräch mit der HNA: „Wir tun alles, um die Leiharbeiter so lange wie möglich zu beschäftigen.“

Ein Abbau von Leiharbeiter-Jobs stehe in Baunatal aktuell nicht zur Debatte, sagte Bätzold am Donnerstag zu den Aussagen des Markenvorstandes. Im Juli stünden die nächsten Verträge zur Verlängerung an. Bätzold: „Es gibt keinen Hinweis darauf, dass wir im Juli abbauen.“ Eher seien andere Standorte betroffen.

VW-Vorstandsvorsitzender Matthias Müller äußerte sich in Wolfsburg nur zur Situation der fest Angestellten. „Es ist nach wie vor unser Ziel, die Stammbelegschaft zu halten. Bei den anstehenden Effizienzprogrammen und Produktionssteigerungen gehe er davon aus, „dass die Stammbelegschaft über den Konzern gesehen stabil bleiben wird“.

Produktionssteigerungen kann das Werk in Baunatal im Bereich Elektroantriebe erwarten. Der VW-Konzern setzt massiv auf diese Technologie. „Bis 2020 kommen mehr als 20 neue, zusätzliche Modelle hinzu“, kündigte VW-Chef Müller an. Ein Fertigungsschwerpunkt soll in China liegen.

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Rubriklistenbild: © dpa

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