VW-Werkleiter Jablonski: Kassel ist eine gute Adresse 

Baunatal. Insgesamt 26 Innovationen stellte das VW-Werk Kassel in Baunatal dem Vorstand des Konzerns in einem Standortsymposium vor. Dabei ging es um Zukunftsthemen E-Mobilität und Digitalisierung. Der Vorstand war voll des Lobes.

„Die technologische Vielfalt am Standort Kassel ist beeindruckend“, stellte Thomas Schmall fest. Der Komponentenchef der Marke VW sagte, strategische Aufgaben würden konsequent vorangetrieben. Zwei dieser Projekte, mit denen die Kasseler die Wolfsburger Vorstände überzeugten, waren E-Mobilität und Digitalisierung.

Elektrifizierung

Bei der Elektromobilität muss sich das VW-Werk künftig immer stärker gegenüber anderen Herstellern durchsetzen. Es gebe Unternehmen außerhalb der Autohersteller, die E-Antriebe als Paket verkauften, erläuterte Werkleiter Thorsten Jablonski im Gespräch mit unserer Zeitung. Von diesen Anbietern müsse man sich unterscheiden. „Da ist Kassel eine gute Adresse.“

Vorstandschef Matthias Müller und Personalchef Karlheinz Blessing präsentierten die Nordhessen jedenfalls ein „Gesamtkonzept zur Fertigung großserientauglicher E-Maschinen, bei denen Gewicht, Materialkosten und Bauraum deutlich gesenkt werden können“.

„Wir haben dem Vorstand gezeigt, wie wir uns die Zukunft vorstellen“, betonte Jablonski. Vor allem von den derzeit hohen Herstellungskosten für die umweltfreundliche Antriebe will die Baunataler Mannschaft runter. Der neue Motor, so der Werkleiter, solle nahezu nur noch die Hälfte kosten. „Da sind wir nah dran am Ziel.“

Von den geplanten staatlich verordneten Grenzwerten für den CO2-Ausstoß erwartet Jablonski in den Modellpaletten aller Hersteller einen „brachialen Wandel“ hin zu Elektro- und Hybridantrieben. Den Zuschlag für den Bau der Motoren für Europa und Nordamerika will das Werk nach Baunatal holen. In China, dem größten Markt für E-Autos, werde in Tianjin eine eigene Produktionsstätte entstehen.

Digitalisierung

Ein weiteres Zukunftsprojekt ist die „Warmumformung 4.0“. Mit einer hitzebeständigen Bauteilmarkierung wird der Fertigungsprozess im Karosseriebau selbstregelnd gesteuert. Jablonski vergleicht die Markierung mit einer Art Strichcode, der bereits jetzt auf fast allen Produkten im Handel vertreten ist. Sie begleitet das Teil auf dem Weg durch die Fertigung.

Die Markierung enthält Informationen zum Verfahren. Die Daten werden digital erfasst, um die Anlage zu steuern - etwa die Temperatur einzustellen oder zulässige Toleranzen der Teile zu hinterlegen und dergleichen, so Jablonski. Dadurch wird der Ausschuss und die Nacharbeit von Teilen reduziert. Das wiederum drückt die Kosten in der Produktion. Kurzum: Der Standort wird attraktiver.

„Elektromobilität, Digitalisierung, Industrie 4.0 und das Autonome Fahren sind die wesentlichen Herausforderungen, um die es geht“, fasste der Kasseler VW-Betriebsratschef Carsten Bätzold die Zukunftsthemen zusammen. Diese Herausforderung nähmen die Mitarbeiter an. Doch, so Bätzold, dafür brauche es „Sicherheit und das gemeinsame Verständnis, dass Beschäftigungssicherung und Wettbewerbsfähigkeit gleichrangige Ziele sind.“ Dies müsse sich im Zukunftspakt widerspiegeln. Dieser Pakt wird im Sommer vorgestellt.

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