Rasen bis zum Sommer nicht bespielbar

Wildschweine wüten auf Baunataler Fußballplatz

Eher wie ein Acker: Der Baunsbergsportplatz bei Altenbauna. Die Anlage wird vornehmlich von den Fußballern des KSV Baunatal genutzt. Die müssen jetzt auf andere Sportplätze ausweichen. Foto: Kühling

Baunatal. Da, wo sich sonst packende Torraumszenen abspielen, herrscht gähnende Leere. Die Strafräume des Baunsbergsportplatzes sehen eher aus wie ein Acker für den Rübenanbau.

Wildschweine haben den Rasenplatz am Baunsberg kräftig umgepflügt. Und das gleich mehrfach. Bis zur Sommerpause, so erläutert Bürgermeister Manfred Schaub (SPD), könne die Sportanlage nicht bespielt werden.

„Die sind dort dreimal eingefallen“, berichtet Schaub. „Das muss eine Rotte mit sechs bis acht Wildschweinen sein.“ Obwohl es einen Zaun um die Anlage gebe, seien die Tiere unter der Abgrenzung durchgekommen. Und wegen der Nähe zu den Häusern könne man diese auch nicht so einfach jagen. „Das ist mitten im Wohngebiet. Da darf man nicht schießen.“

„Spiele verlegen“ 

Besonders ärgerlich ist die Situation für die Fußballer des KSV Baunatal. „Wir müssen eine ganze Reihe Spiele verlegen“, sagt German Jaeschke von der KSV-Fußballabteilung. Betroffen sei die zweite Mannschaft des KSV sowie die Teams der A-, B- und C-Jugend.

Der KSV hat bereits die ursprünglich auf dem Baunsbergsportplatz angesetzten Partien auf den benachbarten Kunstrasenplatz, ins Parkstadion und zum Teil auch nach Kirchbauna und Rengershausen verlegt. „Wir müssen teilweise die Spielpläne ändern“, sagt Jaeschke.

„Es ist ein Riesenproblem, weil es viele Mannschaften betrifft“, betont auch KSV-Vorstand Timo Gerhold. Unter anderem gebe es nun logistische Schwierigkeiten, weil ja bei den Heimspielen das eigene Vereinshaus nicht mehr zur Verfügung stehe. „Wir hatten den Zaun schon verstärkt“, berichtet Schaub zum Kampf gegen die ungebetenen Gäste.

Die Stadt hat inzwischen mit dem Forst gesprochen. Ab Mai, so berichtet der Bürgermeister, könnten Wildschweine in dem Waldgebiet erst wieder gejagt werden, weil es eine gewisse Überpopulation gebe. Schießen direkt in Umfeld des Sportplatzes sei wegen der Nähe zu dem Wohngebiet nicht möglich. Außerdem werde man den Zaun verstärken, so Schaub. Das Rathaus rechnet mit Kosten für Wiederaufbau des Platzes samt Zaun von rund 40.000 Euro.

Die Fußballer des KSV sind jedenfalls erstmal genervt. „Wir spielen gerne auf dem Baunsbergsportplatz“, unterstreicht German Jaeschke. „Aus Vereinssicht ist das richtig bitter.“

Das sagt der Sportplatz-Experte

„Meistens schälen die Schweine mit ihrem Rüssel die Grasnabe tief ab“, sagt der Baunataler Sportplatzbauer Ulrich Klei von der gleichnamigen Firma Klei. „Da nimmt man die Grasnabe bis auf die umgepflügte Sohle komplett raus.“ Das rausgerissene Gras hat laut Klei vermutlich schon angefangen abzusterben. Es müsse daher ersetzt werden. Das geschehe durch Einbringen eines Substrats. „Anschließend werden die Teile neu eingesät.“ Wenn dies Anfang April passiere, sei der Rasen frühestens im August wieder bespielbar, so der Experte. Eine seriöse Kostenschätzung könne er nicht abgeben, da er den Schaden nicht genau kenne. Als Schutz vor Wildschweinen für einen solchen Platz empfiehlt Klei einen stabilen Gittermattenzaun.

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